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Mit Heroes gegen Gewalt an Frauen

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Im Rah­men der 16 Tage gegen Gewalt an Frau­en lud das Frau­en­fo­rum Salz­kam­mer­gut am ver­gan­ge­nen Diens­tag zu einer Online-Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung mit Akzen­te Salz­burg über das Gewalt­prä­ven­ti­ons­pro­jekt Heroes, das jun­ge Män­ner als Ziel­grup­pe anspricht.

 Ehr­be­griff und Besitz­den­ken als Ursa­che für Gewalt
30 Frau­en­mor­de zählt die­ses Jahr und sie sind nur die letz­te Eska­la­ti­ons­stu­fe von Gewalt an Frau­en. Allei­ne in Ober­ös­ter­reich wur­den im Vor­jahr 2.024 Betre­tungs- und Annä­he­rungs­ver­bo­te aus­ge­spro­chen. 91 % der Gefährder:innen sind männ­lich, 80 % der gefähr­de­ten Per­so­nen weib­lich. Gewalt an Frau­en und Mäd­chen ist die häu­figs­te Men­schen­rechts­ver­let­zung. Ursa­che dafür, so Eva Schuh vom Gewalt­schutz­zen­trum, sind tra­di­tio­nel­le Geschlech­ter­rol­len, Besitz­den­ken und Abwer­tung von Frau­en. Wäh­rend vie­le Maß­nah­men des Gewalt­schutz­pa­kets erst dort anset­zen, wenn es bereits zu Gewalt gekom­men ist, spricht das Pro­jekt „Heroes – Gegen Unter­drü­ckung im Namen der Ehre“ jun­ge Män­ner an, die aus sozia­len Kon­tex­ten kom­men, in denen eben die­se Ursa­chen für Gewalt an Frau­en beson­ders stark wirken.

Gewalt­prä­ven­ti­on beginnt beim Selbst­ver­ständ­nis von Männern
Aus­lö­ser für das Pro­jekt „Heroes“ war der Ehren­mord an Hatun Aynur Sürücü, die 2005 in Ber­lin von ihrem Bru­der erschos­sen wur­de, weil sie ein selbst­be­stimm­tes Leben führ­te, das den Fami­li­en­wer­ten wider­sprach. „Heroes“ rich­tet sich an Bur­schen und jun­ge Män­ner mit inter­na­tio­na­ler Fami­li­en­ge­schich­te und Hin­ter­grund in soge­nann­ten „Ehren­kul­tu­ren“. Das Pro­jekt zeich­net sich aus durch einen Peer-to-peer-Ansatz. Jun­ge Män­ner las­sen sich im Lauf eines Jah­res zu Heroes aus­bil­den und set­zen sich dabei mit einer Viel­falt von The­men aus­ein­an­der, die im eige­nen sozia­len Umfeld tabui­siert oder kon­flikt­be­haf­tet sind – von Sexua­li­tät, Geschlech­ter­rol­len, Bezie­hung, arran­gier­te Ehen bis zu Men­schen­rech­te und Selbstbestimmtheit.

 Heroes als Vor­bil­der in Schulworkshops
Nach der eige­nen Aus­ein­an­der­set­zung und Aus­bil­dung sind Heroes dazu befä­higt, Schu­len zu besu­chen und dort Work­shops durch­zu­füh­ren. Zen­tral dabei sind Metho­den aus der Thea­ter­päd­ago­gik, mit denen Peers sen­si­bi­li­siert und ein Refle­xi­ons­pro­zess ange­regt wird. Das Pro­jekt besteht mitt­ler­wei­le aus einem gro­ßen Netz­werk von Pro­jekt­grup­pen quer durch Deutsch­land und Öster­reich. In Öster­reich haben sich 2016 als ers­tes Bun­des­land Salz­burg betei­ligt, 2017 folg­te die Stei­er­mark. In Ober­ös­ter­reich gibt es bis­lang noch kei­ne Pro­jekt­grup­pe, obwohl der Bedarf besteht, so das Fazit aus der Ver­an­stal­tung des Frau­en­fo­rums mit Akzen­te Salzburg.

 Oran­ge the World auch in Ebensee
Die 16 Tage gegen Gewalt an Frau­en bil­den jedes Jahr zwi­schen 25. Novem­ber und 10. Dezem­ber einen Schwer­punkt für Ver­an­stal­tun­gen und Kam­pa­gnen, die auf das The­ma auf­merk­sam machen. Neben dem tra­di­tio­nel­len His­sen der „Frei leben“-Fahne von Terre des Femmes ist  das auch die UN-Initia­ti­ve „Oran­ge the Word“, bei der sich heu­er neben der Pfar­re Eben­see auch das Frau­en­fo­rum und die Gemein­de Eben­see betei­li­gen. Dabei wer­den wäh­rend der Akti­ons­ta­ge die Gebäu­de oran­ge erleuch­tet in Soli­da­ri­tät mit gewalt­be­trof­fe­nen Frauen.

Foto: Frau­en­fo­rum Salzkammergut

Foto: Frau­en­fo­rum Salzkammergut

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