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Spatenstich im SOS-Kinderdorf Altmünster

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Nach 67 Jahren Familienleben wird das SOS-Kinderdorf Altmünster erneuert

Nach drei­jäh­ri­ger Pla­nungs­zeit und vie­len Über­le­gun­gen stra­te­gi­scher, wirt­schaft­li­cher, fach­li­cher und emo­tio­na­ler Art fei­ert das SOS-Kin­der­dorf Alt­müns­ter den Spa­ten­stich für eine groß ange­leg­te Dorferneuerung.

 67 Jah­re Fami­li­en­le­ben mit 1.150 Kin­dern ist die bis­he­ri­ge erfolg­rei­che Bilanz. Jetzt ist es Zeit zu reno­vie­ren. Die Häu­ser im SOS-Kin­der­dorf Alt­müns­ter ent­spre­chen nicht mehr den aktu­el­len päd­ago­gi­schen und öko­lo­gi­schen Stan­dards. Um auch kom­men­den Kin­der­ge­nera­tio­nen ein lie­be­vol­les Zuhau­se ermög­li­chen zu kön­nen, müs­sen die meis­ten Gebäu­de in der drei­jäh­ri­gen Bau­zeit erneu­ert wer­den. Mit dem Spa­ten­stich star­tet die ers­ten Bau­pha­se. Die Erneue­rung vom SOS-Kin­der­dorf Alt­müns­ter ist das größ­te Bau­pro­jekt von SOS-Kin­der­dorf in Öster­reich in den kom­men­den Jahren.

v.li. Johan­nes Scheck, Pro­jekt­lei­ter Dorf­neu­bau, SOS-Kin­der­dorf Alt­müns­ter, Ger­hard Pohl, Kin­der­dorf-Lei­ter, SOS-Kin­der­dorf , Das Team von Liber­ty­Do­tHome mit Mar­kus Hör­man­se­der, Eli­sa­beth Feicht­in­ger, Vize­bür­ger­meis­te­rin der Markt­ge­mein­de Alt­müns­ter, LR Bir­git Gerstor­fer, Sozia­les, Kin­der- und Jugend­hil­fe,  LAbg. Rudolf Raf­fels­ber­ger in Ver­tre­tung von LH Stel­zer, Bern­hard Moser, Vize­bür­ger­meis­ter der Markt­ge­mein­de Alt­müns­ter, Chris­ti­an Moser, Geschäfts­füh­rer SOS-Kin­der­dorf Öster­reich, Karl­heinz Peer, Archi­tekt, Peer­plus © FOTO STROBL

Chris­ti­an Moser, Geschäfts­füh­rer von SOS-Kin­der­dorf Moser: „Ich freue mich sehr, dass wir heu­te den sym­bo­li­schen Spa­ten­stich für den Dorf­neu­bau vom SOS-Kin­der­dorf Alt­müns­ter set­zen. In den ver­gan­ge­nen fast 70 Jah­ren konn­ten wir hier vie­len jun­gen Men­schen ein Auf­wach­sen in Wär­me ermög­li­chen und Start­hil­fe in ein unab­hän­gi­ges Leben geben. Die viel­fäl­ti­gen Ange­bo­te für Kin­der, Jugend­li­che und Eltern wer­den wir wei­ter­füh­ren und durch neue, vor allem prä­ven­ti­ve Hil­fe für Fami­li­en aus­bau­en. Der Dorf­neu­bau ist ein wei­te­rer Schritt in der ste­ten Wei­ter­ent­wick­lung des Standortes.“

JA zum Stand­ort Altmünster

Der Ent­schei­dung für den Dorf­neu­bau gin­gen eine Stand­ort­eva­lu­ie­rung sowie ein Stand­ort­ent­wick­lungs­pro­zess mit inter­nen und exter­nen Sta­ke­hol­dern vor­aus. Die Ergeb­nis­se bestärk­ten SOS-Kin­der­dorf dar­in das SOS-Kin­der­dorf Alt­müns­ter nicht nur zu erhal­ten, son­dern das Betreu­ungs­an­ge­bot für Kin­der, Jugend­li­che und ihre Eltern sogar aus­zu­bau­en. Das JA zum Stand­ort Alt­müns­ter steht für künf­tig bis zu 100 Betreu­ungs­plät­ze für jun­ge Men­schen, 80 Arbeits­plät­ze (im Voll­zeit­äqui­va­lent), Bedarf an Kin­der­gar­ten- und Schul­plät­zen, Lehr­lin­ge für loka­len Unter­neh­men und regio­na­le Kaufkraft.

 Star­ke Beteiligung

Der Betei­li­gung der Kin­der und Jugend­li­chen wur­de bei der Pla­nung des neu­en SOS-Kin­der­dor­fes viel Platz ein­ge­räumt. Aber auch die Mitarbeiter*innen, Sozi­al- und Sys­tem­part­ner sowie die Markt­ge­mein­de Alt­müns­ter wur­den miteinbezogen. 

Ger­hard Pohl, Kin­der­dorf-Lei­ter: „Das neue SOS-Kin­der­dorf Alt­müns­ter soll ein Ort der Lebens­freu­de und Per­spek­ti­ve sein, das auf brei­te Befür­wor­tung stößt.“

Nach­hal­ti­ge Pla­nung und Bauweise

Die Neu­bau­ten und Umge­stal­tun­gen im SOS-Kin­der­dorf Alt­müns­ter erfül­len die Kri­te­ri­en von Nach­hal­tig­keit in vie­ler­lei Hin­sicht: sie ermög­li­chen die Umset­zung eines viel­sei­ti­gen Pro­gram­mes für Kin­der, Jugend­li­che und Eltern, das dar­auf aus­ge­rich­tet ist, fle­xi­bel und indi­vi­du­ell auf die Bedürf­nis­se der kom­men­den Genera­tio­nen ein­zu­ge­hen. Mas­siv­holz­bau­wei­se, die Umstel­lung der Hei­zung auf Bio­mas­se mit Pel­lets, Pho­to­vol­ta­ik­ze­l­len am Fami­li­en­RAT­haus, ein Salz­was­ser­spei­cher zur Spei­che­rung von Ener­gie und weni­ger Boden­ver­sie­ge­lung redu­zie­ren den öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck erheb­lich. Der gro­ße und alte Baum­be­stand bleibt erhalten.

Spa­ten­stich im SOS-Kin­der­dorf Alt­müns­ter © FOTO STROBL

Aus­bau der pass­ge­nau­en Hilfen

Im neu­en SOS-Kin­der­dorf Alt­müns­ter wer­den bestehen­de, bewähr­te Ange­bo­te für Kin­der, Jugend­li­che und Fami­li­en ihren Platz haben, eben­so wie neue. Die SOS-Kin­der­dorf-Fami­li­en, die sozi­al­päd­ago­gi­sche Wohn­grup­pe, der Kri­sen­pfle­ge­platz, die Wohn­grup­pe zur Fami­li­en­stär­kung und das Jugend­haus wer­den unver­än­dert fort­ge­führt. Das prä­ven­ti­ve Eltern-Kind-Woh­nen wird aus­ge­baut und eine völ­lig neue Ein­rich­tung zur Beglei­tung von Schüler*innen unter der Woche eröff­net. Die geplan­ten Häu­ser bie­ten zudem hohe Fle­xi­bi­li­tät, um auf indi­vi­du­el­le Bedürf­nis­se ein­zu­ge­hen. So kön­nen neue Ein­hei­ten als Eltern-Kind-Woh­nen oder als Trai­nings­woh­nung für Eltern oder jun­ge Erwach­sen genützt wer­den. Auch traum­päd­ago­gi­sche Indi­vi­du­al­be­treu­un­gen für soge­nann­te „Sys­tem­spren­ger“ sind mög­lich. Neu ist eben­so das The­ra­pie- und Frei­zeit­haus, das sicher­stellt, dass die jun­gen Men­schen genau die the­ra­peu­ti­sche För­de­rung bekom­men, die sie brau­chen. Zugleich fin­den sich vie­le Frei­zeit­an­ge­bo­te wie Lese­ecke, Musik­raum, Jugend­treff, Krea­tiv-Ate­lier usw. in die­sem neu­en Haus.

Ger­hard Pohl, Kin­der­dorf-Lei­ter: „Wir ori­en­tie­ren uns am Bedarf der Gesell­schaft und unter­stüt­zen mit pass­ge­nau­en, indi­vi­du­el­len Ange­bo­ten. Das kann die Hil­fe für eine gan­ze Fami­lie sein, um zu ver­hin­dern, dass die­se zer­bricht oder ein neu­es, lie­be­vol­les Zuhau­se für ein Kind, das nicht bei sei­nen leib­li­chen Eltern auf­wach­sen kann.“

Gemeinsam.Neu.Bauen.

Die Kos­ten für den Neu­bau vom SOS-Kin­der­dorf Alt­müns­ter betra­gen 18 Mio. Euro für Abbruch, Pla­nung, Bau, Ein­rich­tung und Außen­an­la­gen. Finan­zie­rungs­ziel ist je ein Drit­tel durch die öffent­li­che Hand, pri­va­te Spen­der und Fir­men­part­ner sowie Rück­la­gen von SOS-Kin­der­dorf auf­zu­brin­gen. Der Spen­den­be­darf liegt bei 6 Mio. Euro.

Zah­len und Fak­ten zur Dorf­er­neue­rung vom SOS-Kin­der­dorf Altmünster

Bau­be­ginn: Juni 2022; Bau­en­de: 2024

  1. Bau­pha­se: Juni 2022 bis August 2023
  • 3 neue Dop­pel­häu­ser für 6 SOS-Kin­der­dorf Fami­li­en (30 Kinder)
  • 1 Haus für eine sozi­al­päd­ago­gi­sche Wohn­grup­pe (8–9 Kin­der und Jugendliche)
  • 3 Gebäu­de für Eltern-Kind-Wohnen
  1. Bau­pha­se: Sep­tem­ber 2023 bis August 2024
  • 1 Neu­bau für Schüler*innen-Wohnen (12 Kinder)
  • 1 Neu­bau für ein The­ra­pie- und Freizeithaus
  • 1 Neu­bau mit Platz für traum­a­päd­ago­gi­sche Individualbetreuung
  • 1 Fami­li­en­RAT­haus für Ver­wal­tung, Bera­tung, Super­vi­si­on, Bewe­gungs­raum, zen­tra­les Hei­zungs­netz: Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge und Pel­lets­hei­zung für das gesam­te Dorf

Im neu­en SOS-Kin­der­dorf Alt­müns­ter kön­nen bis zu 100 Kin­der, Jugend­li­che und ihre Eltern beglei­tet werden. 

Fotos © SOS-Kinderdorf

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