Der Arbeitsmarkt im Bezirk Gmunden zeigt sich im Dezember 2025 insgesamt stabil. Mit 2.145 arbeitslos vorgemerkten Personen liegt der Bestand um 18 Personen bzw. 0,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Damit bestätigt sich – ähnlich wie bereits im November – eine Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau, die von saisonalen Effekten zum Jahresende geprägt ist.
Arbeitslosigkeit nach Geschlecht
Während die Arbeitslosigkeit bei Männern deutlich zurückging (–57 Personen bzw. –4,2 Prozent), verzeichneten die Frauen einen Anstieg um 39 Personen bzw. +4,9 Prozent. Insgesamt waren im Dezember 831 Frauen und 1.314 Männer arbeitslos gemeldet.
Altersstruktur: Zuwächse bei Älteren
Ein differenziertes Bild zeigt sich nach Altersgruppen:
- Rückgänge gab es insbesondere bei Jugendlichen bis 19 Jahre (–36,8 Prozent) sowie bei den 25‑ bis 39‑Jährigen.
- Zuwächse wurden hingegen bei Personen über 60 Jahre (+17,4 Prozent) sowie in der Gruppe der 40‑ bis 49‑Jährigen verzeichnet.
Diese Entwicklung unterstreicht die weiterhin angespannte Situation älterer Arbeitsuchender am regionalen Arbeitsmarkt.
Ausbildung: Pflichtschule rückläufig, Lehre steigend
Nach Ausbildungsniveau zeigt sich folgendes Bild:
- Personen mit Pflichtschulabschluss gingen um 5,3 Prozent zurück.
- Ein Anstieg ist bei Personen mit Lehrausbildung (+3,7 Prozent) sowie mit mittlerer Ausbildung (+5,8 Prozent) zu beobachten.
- Die Arbeitslosigkeit von Akademikerinnen und Akademikern blieb nahezu stabil.
Langzeitbeschäftigungslosigkeit nimmt zu
Besonders herausfordernd bleibt die Situation der langzeitbeschäftigungslosen Personen:
- Personen mit einer Vormerkdauer von über 6 Monaten stiegen um 16,5 Prozent.
- Bei Vormerkdauern von über 12 Monaten beträgt der Zuwachs sogar 48,0 Prozent.
„Der Arbeitsmarkt zeigt sich zum Jahresende robust, gleichzeitig sehen wir aber klar, dass sich Problemlagen verfestigen“, erklärt Ilse Hankowetz, Leiterin des AMS Gmunden. „Vor allem die steigende Zahl von Personen mit längerer Vormerkdauer verlangt gezielte und nachhaltige Unterstützung.“
Offene Stellen: Deutlicher Rückgang
Die Zahl der beim AMS Gmunden gemeldeten offenen Stellen lag im Dezember bei 1.167 und damit um 242 Stellen bzw. 17,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Rückgänge zeigen sich in fast allen Berufsobergruppen, besonders ausgeprägt im Handel, in technischen Berufen sowie im Bau.
„Viele Betriebe agieren angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten zurückhaltend. Umso wichtiger ist es, Arbeitsuchende gezielt auf jene Qualifikationen vorzubereiten, die auch in schwierigen Zeiten nachgefragt werden“, so die AMS-Leiterin.
Lehrstellenmarkt: Mehr Suchende, leichtes Plus bei Stellen
Positiv entwickelt sich der Lehrstellenmarkt:
- Die Zahl der Lehrstellensuchenden stieg auf 164 Personen (+16,3 Prozent).
- Gleichzeitig nahm das Angebot an offenen Lehrstellen leicht auf 424 (+1,7 Prozent) zu.
Damit bestehen weiterhin gute Chancen für Jugendliche, insbesondere bei entsprechender Mobilität und Qualifikation.
Dynamik am Arbeitsmarkt
Die Dynamik am Arbeitsmarkt zeigt zum Jahresende eine leichte Entspannung. Im Dezember wurden 801 Personen neu arbeitslos, das sind 17,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig konnten 575 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden (+9,9 Prozent), davon 306 durch eine Arbeitsaufnahme (+2 Prozent). Dies zeigt, dass trotz verhaltener wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiterhin Übergänge in Beschäftigung gelingen.

Die Arbeitslosenquote im Bezirk Gmunden der letzten 12 Monate beträgt:
– per 31.01.2025 bei 5,3 %,
– per 28.02.2025 bei 4,9 %,
– per 31.03.2025 bei 4,1 %,
– per 30.04.2025 bei 4,0 %,
– per 31.05.2025 bei 3,5 %
– per 30.06.2025 bei 3,3 %
– per 31.07.2025 bei 3,6 %
– per 31.08.2025 bei 3,7%
– per 30.09.2025 bei 3,5%
– per 31.10.2025 bei 3,8%
– per 30.11.2025 bei 4,0 %
– per 31.12.2025 bei 4,8 %

Fazit
Der Arbeitsmarkt im Bezirk Gmunden zeigt sich im Dezember 2025 insgesamt stabil, jedoch mit klaren strukturellen Herausforderungen. Der Rückgang bei den Männern, der Anstieg bei Frauen und älteren Personen sowie die zunehmende Langzeitbeschäftigungslosigkeit verdeutlichen den anhaltenden Handlungsbedarf. Das AMS Gmunden setzt daher auch 2026 auf gezielte Qualifizierung, individuelle Beratung und eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben, um Arbeitsuchende nachhaltig in Beschäftigung zu bringen.











