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Welttag der Suizidprävention – Thema nicht totschweigen, sondern Hilfe anbieten und darüber sprechen

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Die Zahl der Suizidtoten (Tote durch Selbstmord) liegt in Österreich etwa 2,5 Mal höher als jene der Verkehrstoten. Das heißt, dass es rund 15 Selbstmorde pro 100.000 Einwohner gibt. Die Zahl der Suizidversuche liegt im Vergleich zu den Suiziden deutlich höher. Um auf diese Tatsache hinzuweisen und ein Bewusstsein für den Umgang mit dem Thema zu schaffen, findet jedes Jahr am 10. September der Welttag der Suizidprävention statt.

Prim. Dr. Christoph Silberbauer, Leiter der Abteilung für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck

„Leider liegen uns bezüglich der Suizidversuche keine verlässlichen Zahlen vor, da sie oft nicht als solche erkannt bzw. dokumentiert werden und nicht zwingend zu einem Kontakt mit dem Gesundheitssystem führen“, erklärt Prim. Dr. Christoph Silberbauer, Leiter der Abteilung für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck. Internationale Studien gehen jedoch davon aus, dass Suizidversuche die Zahl der tatsächlich durch Suizid verstorbenen Personen um das 10- bis 30-fache übertreffen.

Um das Phänomen des Suizids und die sich darum rankenden Mythen aufzuklären, wurde in Österreich 2012 das nationale Suizidpräventionsprogramm (SUPRA) etabliert. Gängige Mythen, die sich trotz fehlendem Wahrheitsgehalt hartnäckig halten, lauten etwa:
• Wer von Suizid spricht, tut es nicht.
• Wer sich wirklich umbringen will, ist nicht aufzuhalten.
• Ein Suizidversuch ist nur Erpressung.
• Suizid geschieht ohne Vorzeichen.
• Wenn man jemanden auf Suizidgedanken und -pläne hin anspricht, bringt man ihn erst recht auf die Idee sich das Leben zu nehmen.

„Entgegen dieser Mythen ist die wichtigste Strategie bei Suizidgedanken, die bei jedem Menschen in Krisensituationen und natürlich auch bei Vorliegen psychischer Erkrankungen auftreten können, das Reden darüber, nachdem Hilfe geholt bzw. angeboten wurde“, erklärt der Experte und verweist im Akutfall auf folgende Ansprechstellen:
• Telefonseelsorge: 142 (24h täglich)
• Krisenhilfe: 0732 2177 (24h täglich)
• Rettung: 144
• psychiatrische Ambulanz in Ihrer Nähe

Foto: gespag

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