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Zivildienst in der Lebenshilfe

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„Ich hätt’s nicht besser erwischen können“
Manuel Weißböck und Christoph Baumann-Baldinger leisten ihren Zivildienst in der Lebenshilfe. Die Arbeit mit Menschen, die Erweiterung ihrer sozialen Kompetenzen und die Wertschätzung ihrer Arbeit geben ihnen das Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Nun wollen sie andere junge Männer dazu ermuntern, diesen Schritt zu wagen – denn Zivildiener werden in der Lebenshilfe dringend gesucht.

Beide Zivildiener sind HTL-Absolventen und hatten bislang keine Berührungspunkte mit Menschen mit Beeinträchtigung, beide beschreiben die ersten Tage ihres Zivildienstes als gewöhnungsbedürftig und sind jetzt begeistert. „Ich hätt’s nicht besser erwischen können“, bringt es Manuel Weißböck auf den Punkt. Er leistet seinen Zivildienst in der der LebenshilfeWerkstätte Vöcklabruck und arbeitet in der Pflegegruppe mit schwerer beeinträchtigten Menschen. „Es sind ganz normale Menschen die behandelt werden wollen, wie jeder andere“, weiß er. „Anfangs ist es ungewohnt, weil die Leute auch mal laut werden können, aber gerade wenn die Leute gut drauf sind und auch der Schmäh rennt finde ich die Arbeit einfach super“, erklärt der 20-jährige Timelkamer.

Als Zivildiener im Wohnhaus der Lebenshilfe stehen bei Christoph Baumann-Baldinger Haushaltstätigkeiten wie Einkäufe erledigen, Küchendienst und Kochen im Vordergrund. Dabei schätzt er den geregelten Tagesablauf und seine Selbstständigkeit. „Ich kann mir einteilen, wann ich welche Aufgaben erledige“, erzählt der 19-Jährige aus Desselbrunn. Im Umgang mit den Bewohnern schätzt er ihre Dankbarkeit. „Ich helfe jemanden dabei, die Jacke anzuziehen und bekommen dafür lächelnd einen Daumen gezeigt – das gibt einen das gute Gefühl, etwas Sinnvolles zu machen.

Man baut zu den Leuten eine richtige Beziehung auf, lernt sie gut kennen und unternimmt viel zusammen“, erklärt er. An Arbeitstagen ist er 11 Stunden im Einsatz, dafür sind abwechselnd drei oder vier Tage zu arbeiten und den Rest der Woche genießt er seine Freizeit. Neben den Arbeitszeiten schätzt er, dass er Menschen, die nicht ins „0-8-15-Schema passen“, nun aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet. „Die Arbeit bringt einen auch persönlich weiter“, so der Zivildiener.

Zivildiener werden dringend gesucht
Vor dem Start jedes Turnus müssen die Mitarbeiter zittern, ob ein Zivildiener in der Einrichtung mit anpacken wird. „Gerade Spaziergängen mit vielen Rollstuhlfahrern wären ohne die Unterstützung von Zivildiener nicht möglich, auch bei Einkäufen oder Ausflügen bedeutet das Fehlen von Zivildienern große organisatorische Hürden “, erklärt Stefan Soukup, Leiter des Wohnhauses Vöcklabruck in der Sportplatzstraße. Insgesamt gibt es allein in der Stadt Vöcklabruck 18 Zivildienststellen zu besetzen, der nächste Turnus startet im Mai. Weitere mögliche Starttermine für einen Zivildient in der Lebenshilfe sind August, November und Februar. Interessierte können sich unter zivildienst@ooe.lebenshilfe.org melden.

Foto: Lebenshilfe Oberösterreich 

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