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Ohlsdorf bekommt alternatives Wohnen — Vize Mirlacher: “Herzensangelegenheit wird wahr!”

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Bereits 2009 kam vom dama­li­gen Lan­des­rat Ackerl für Ohls­dorf die Zusa­ge für ein Pfle­ge­heim, die­ses The­ma geriet aber immer wie­der in den Dorn­rös­chen­schlaf. Vize­bür­ger­meis­te­rin Ines Mir­la­cher hat immer wie­der nach­ge­fragt, wie der Stand der Din­ge ist, war vor­stel­lig bei Lan­des­rä­tin Bir­git Gerstor­fer und Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Sabi­ne Prom­ber­ger und ver­wies immer dar­auf, wie wich­tig ihr die­ses Pro­jekt ist. Nun was lan­ge währt wird wohl end­lich gut.…

Es war auch in den letz­ten bei­den Kom­mu­nal­wah­len wich­tigs­tes The­ma der SPÖ Ohls­dorf. Die Zusa­ge vom SHV für den Bau einer alter­na­ti­ven Wohn­form ist gege­ben, nun heißt es so schnell wie mög­lich in die Pla­nung zu kom­men. GR Johann Halb­mai­er beschäf­tigt sich eben­so schon lan­ge mit die­sem The­ma, die SPÖ hat es in unzäh­li­gen Berich­ten in ihren Zei­tun­gen gefor­dert, so hat er gute Ideen bei Lan­des­rä­tin Gerstor­fer ein­ge­bracht.

Vize­bür­ger­meis­te­rin Ines Mir­la­cher, Lan­des­rä­tin Bir­git Gerstor­fer und GR Johann Halb­mai­er (Foto: pri­vat)

Zu den Fak­ten…

2017 haben knapp rund 5.800 Men­schen über 80 ‑jäh­ri­ge im Bezirk Gmun­den gelebt. 2020 sind es bereits weit über 6.600 – Ten­denz stei­gend. 2030 wer­den wir schon die /8.000-Marke über­schrit­ten haben, dann kom­men die „Baby-Boo­mer“ ins pfle­ge­be­dürf­ti­ge Alter.

Wir dür­fen eines nicht ver­ges­sen: 8 von 10 Pfle­ge­be­dürf­ti­gen wer­den nach wie vor zuhau­se betreut. In der Regel von den Töch­tern oder Schwie­ger­töch­tern.  Bis­her „ver­trau­en“ wir ein­fach dar­auf, dass älte­re Men­schen von der Fami­lie betreut wer­den. Aber was machen wir, wenn die Kin­der und Enkerl wei­ter weg woh­nen und noch im Erwerbs­le­ben ste­hen? Wol­len wir ihnen als Gesell­schaft die­se Dop­pel-Belas­tung zumu­ten? Ich den­ke, wir müs­sen pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge umfas­send unter die Arme grei­fen. 

Lücke zwi­schen Betreu­ba­rem Woh­nen und Heim­platz 

Alter­na­ti­ve Wohn­for­men fül­len die Lücke zwi­schen Betreu­ba­rem Woh­nen und dem Heim­platz, also eine Art „Pfle­ge-Woh­nen“. Es gibt tau­sen­de älte­re Men­schen in Ober­ös­ter­reich, die nicht mehr allei­ne woh­nen kön­nen – trotz Mobi­ler Diens­te: Sie stür­zen zum Bei­spiel regel­mä­ßig oder sind von Ver­ein­sa­mung betrof­fen, haben aber noch Pfle­ge­stu­fe 1–3. Das macht die Suche nach einem Heim­platz schwie­rig. 

Des­halb hat Lan­des­rä­tin Bir­git Gersto­fer für Ober­ös­ter­reich ein Kon­zept für Alter­na­ti­ve Wohn­for­men ent­wi­ckelt: Die Men­schen haben in einer Alter­na­ti­ven Wohn­form einen regu­lä­ren Miet­ver­trag und bekom­men zusätz­lich ein Pfle­ge- und Betreu­ungs­pa­ket, abhän­gig von der Höhe der Pfle­ge­geld­stu­fe zusam­men­ge­stellt und zuge­wie­sen. Die Men­schen kön­nen län­ger in einer eige­nen Woh­nung leben, wer­den trotz­dem umfas­send betreut und der Heim­auf­ent­halt kann deut­lich ver­zö­gert wer­den. 6 Pilot-Pro­jek­te quer durch Ober­ös­ter­reich sind der­zeit in der End­pha­se der Pla­nung oder ste­hen kurz vor dem Start, bis 2025 sind 1.197 Woh­nun­gen vor­ge­se­hen, und nun sind auch wir in Ohls­dorf in der glück­li­chen Lage, eine Zusa­ge erreicht zu haben.

Eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit, so Vize­bür­ger­meis­te­rin Ines Mir­la­cher wäre auch eine Tages­geim­stät­te mit­ein­zu­be­zie­hen, denn auch da wären vie­le pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge etwas ent­las­tet. Natür­lich muss man auch als Gemein­de mehr Geld in die Hand neh­men, aber zu wis­sen unse­re älte­re Genera­ti­on ist gut ver­sorgt und betreut, ist mit nichts aus­zu­wä­gen.

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