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Asyl- und Bleiberecht: Vorrangige Berücksichtigung des Kindeswohles abgelehnt

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Gemein­de­rats­mehr­heit gegen Antrag der Grü­nen
VÖCK­LA­BRUCK: Der Antrag der Grü­nen auf vor­ran­gi­ge Berück­sich­ti­gung des Kin­des­wohls in allen Pha­sen des Asyl­ver­fah­rens und Reform des huma­ni­tä­ren Blei­be­rechts wur­de in der letz­ten Gemein­de­rats­sit­zung dis­ku­tiert. Anlass für die Reso­lu­ti­on an die Bund­e­re­gie­rung war die Abschie­bung von Schüler*innen und deren Fami­li­en nach Geor­gi­en Ende Jän­ner.

Alle Betrof­fe­nen hat­ten ihren Lebens­mit­tel­punkt in Öster­reich, spra­chen Deutsch auf Mut­ter­spra­che-Niveau und hat­ten kaum mehr Bezie­hun­gen zu ihren ver­meint­li­chen Her­kunfts­staa­ten. Wie sehr die Fami­li­en in Öster­reich ver­wur­zelt und Teil unse­rer Gesell­schaft waren, zeig­ten die gro­ßen Pro­test­ak­tio­nen in den sozia­len Medi­en und vor Ort unmit­tel­bar vor der Abschie­bung. „Ich kann und will nicht glau­ben, dass wir in einem Land leben, wo dies in die­ser Form wirk­lich not­wen­dig ist”, beton­te Bun­des­prä­si­dent Alex­an­der Van der Bel­len in einer Video­bot­schaft. „Wir müs­sen einen Weg des mensch­li­chen, respekt­vol­len Umgan­ges mit­ein­an­der fin­den. Gera­de wenn Kin­der die Haupt­leid­tra­gen­den sind. Geben wir dem Wohl von Kin­dern und Jugend­li­chen Vor­rang“, so der Bun­des­prä­si­dent.

Genau in die­sem Punkt besteht Hand­lungs­be­darf für den Gesetz­ge­ber und die Voll­zie­hung. Denn die vor­ran­gi­ge Berück­sich­ti­gung des Kin­des­wohls bei allen Kin­der betref­fen­den Maß­nah­men öffent­li­cher und pri­va­ter Ein­rich­tun­gen ist zwar ver­fas­sungs­recht­lich ver­an­kert, im Kri­te­ri­en­ka­ta­log zur Beur­tei­lung des Pri­vat- und Fami­li­en­le­bens, der in Fäl­len des huma­ni­tä­ren Blei­be­rechts her­an­zu­zie­hen ist, ist das Wohl des Kin­des aber nicht auf­ge­lis­tet“, so Inte­gra­ti­ons­re­fe­ren­tin Petra Wim­mer (GRÜ­NE).

Wei­ters for­dern die Grü­nen eine Reform des huma­ni­tä­ren Blei­be­rechts, indem in die­sen Ver­fah­ren wie­der die Län­der und Gemein­den in Form von Här­te­fall­kom­mis­sio­nen ver­pflich­tend ein­ge­bun­den wer­den. „In die­sen Ver­fah­ren wer­den vor­wie­gend mensch­li­che Gesichts­punk­te geprüft, wie die Inte­gra­ti­on der Betrof­fe­nen, wie lan­ge sie in Öster­reich leben, ob sie in die Schu­le gehen, wie sie in der Gesell­schaft ver­netzt sind und wie sie sich beruf­lich und ehren­amt­lich enga­gie­ren”, so Wim­mer.

Der Antrag der Grü­nen beinhal­tet eine Auf­for­de­rung an die Bür­ger­meis­te­rin, sich bei bei­den Punk­ten – vor­ran­gi­ge Berück­sich­ti­gung des Kin­des­wohls in allen Pha­sen des Asyl­ver­fah­rens sowie Ein­füh­rung von Här­te­fall­kom­mis­sio­nen mit Ein­be­zie­hung der betrof­fe­nen Gemein­den — bei der Bun­des­re­gie­rung, ins­be­son­de­re dem Bun­des­mi­nis­ter für Inne­res, für ent­spre­chen­de Refor­men ein­zu­set­zen. Ziel soll­te sein, gut inte­grier­ten Per­so­nen und Fami­li­en ein huma­ni­tä­res Blei­be­recht zu gewäh­ren. Mit 14 Stim­men (allen Grün- und SP- sowie 2 VP-Mandatar*innen) ver­fehl­te der Antrag die not­wen­di­ge Mehr­heit. „Es ist sehr scha­de, dass auch die Vöck­la­bru­cker ÖVP den rigi­den und unmensch­li­chen Kurs ihrer Bun­des­par­tei mehr­heit­lich mit­trägt“, so Wim­mer. „Wir Grü­ne wer­den uns wei­ter­hin – gemein­sam mit der Zivil­ge­sell­schaft und den Kir­chen – für eine mensch­li­che Asyl- und Inte­gra­ti­ons­po­li­tik ein­set­zen“, ver­spricht Wim­mer abschlie­ßend.

Foto: pri­vat

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3 Kommentare

    • Das Anlie­gen ist zwar berech­tigt, aber solan­ge sich die Grü­nen haupt­säch­lich für Ver­bre­cher und Asyl­be­trü­ger stark machen kann ich die­se Par­tei nicht unter­stüt­zen.
      Ins­ge­samt wür­de es der Asyl­po­li­tik gut tun, wenn mal etwas mehr Rea­li­täts­sinn ein­kehrt.
      Wir in Öster­reich und auch in Euro­pa kön­nen nicht das Sozi­al­amt der Welt sein. Das geht sich finan­zi­ell nicht aus.
      Neben­bei gesagt, sind für das Wohl der Kin­der in ers­ter Linie die Eltern ver­ant­wort­lich. Und wenn es nicht genug zu Essen gibt, dann darf man halt kei­ne 10 Kin­der in die Welt set­zen.
      Das wird aber in die Grü­nen Dumm­köp­fe nie rein­ge­hen, die meis­ten Grü­nen haben eine Ver­so­grungs­job der mit Steu­er­gel­dern finan­ziert wird. Ohne Erfolgs­druck.

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