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Eine echte Chance am Bauhof Pinsdorf

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Die Gemein­de Pins­dorf bie­tet Mario Dede­rich, einem Beschäf­tig­ten der Lebens­hil­fe-Werk­stät­te Gmun­den, die Chan­ce auf den ers­ten Arbeits­markt zu wech­seln. Der 20-Jäh­ri­ge arbei­tet seit Anfang 2021 im Rah­men der Inte­gra­ti­ven Beschäf­ti­gung am Bau­hof in Pins­dorf, nach einem Jahr soll er 2022 als fixer Mit­ar­bei­ter über­nom­men werden.

Wir sind zwar nur eine klei­ne Gemein­de, aber Platz für einen Men­schen mit Beein­träch­ti­gung haben wir alle­mal“, sagt Ing. Die­ter Helms, Bür­ger­meis­ter der Gemein­de Pins­dorf. Mario Dede­rich hat sich wie vie­le ande­re auf die freie Stel­le am Bau­hof bewor­ben und nach vier Schnup­per­wo­chen stand fest: „Der wär was für uns.“ In Form eines ein­jäh­ri­gen Prak­ti­kums im Rah­men der Inte­gra­ti­ven Beschäf­ti­gung, das dann in ein fixes Dienst­ver­hält­nis über­ge­hen soll, erhält Mario Dede­rich als einer der weni­gen Men­schen mit Beein­träch­ti­gung einen Arbeits­platz am ers­ten Arbeitsmarkt.

Ich fin­de es gut, dass einem Men­schen mit Beein­träch­ti­gung eine Chan­ce gege­ben wird. Mario arbei­tet sehr gewis­sen­haft, lernt schnell und steht ande­ren um nichts nach“, schlägt Bau­hof­lei­ter Otto Rohr­ho­fer in die­sel­be Ker­be und ergänzt: „es muss aber für bei­de Sei­ten pas­sen.“ Aus der Sicht von Mario Dede­rich ste­hen die Ampeln eben­falls auf Grün für eine lang­fris­ti­ge Zusam­men­ar­beit. „Die Arbeit daugt ma voi, mehr kann ich dazu nicht sagen“, bringt es Dede­rich auf den Punkt.

Ein Gewinn für alle Sei­ten – lei­der jedoch ein Einzelfall
„Lei­der ist es kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit, dass jun­gen moti­vier­ten Men­schen mit Beein­träch­ti­gung eine Chan­ce am ers­ten Arbeits­markt gebo­ten wird. Die Gemein­de Pins­dorf ist hier wirk­lich her­vor­zu­he­ben“, so Anja Wöhry, inte­ri­mis­ti­sche Lei­te­rin der Werk­stät­te Gmun­den. Die Gemein­de Pins­dorf ist dabei sogar ‘Wie­der­ho­lungs­tä­ter‘ – bereits der Vor­gän­ger von Mario Dede­rich war ein Mensch mit Beein­träch­ti­gung. Dabei erfährt die Gemein­de Pins­dorf kei­nen Nach­teil, son­dern erhält im Gegen­teil einen gewis­sen­haf­ten Mit­ar­bei­ter, der das Team von vier wei­te­ren Bau­hof­mit­ar­bei­tern moti­viert ergänzt. Mit sei­nen Kol­le­gen ist der Hilfs­ar­bei­ter im Ein­satz und erle­digt Auf­ga­ben wie Rasen mähen, Unkraut jäten, Hecken schnei­den, Laub keh­ren, Mist­kü­bel ent­lee­ren, Schnee räu­men oder Zusam­men­keh­ren. Ist ein­mal weni­ger zu tun, betankt er die Fahr­zeu­ge oder sorgt für Ord­nung im Bauhof.

Am liebs­ten bin ich mit dem Rasen­mä­her unter­wegs – das daugt ma mehr als Schnee­räu­men“, meint Mario Dede­rich nach dem lan­gen Win­ter. Wäh­rend sei­ne Kol­le­gen mit den Räu­mungs­fahr­zeu­gen unter­wegs waren, erle­dig­te Mario beim Schnee­schau­feln die Hand­ar­beit im Ort. Das Team ist mitt­ler­wei­le gut ein­ge­spielt, Mario freut sich über den Kon­takt zu den Gemeindebürger*innen und auch über deren gele­gent­li­ches Lob wie etwa beim Müllsammeln.

Inte­gra­ti­ve Beschäf­ti­gung in der Lebens­hil­fe 
Im Rah­men der Inte­gra­ti­ven Beschäf­ti­gung wer­den Beschäf­tig­te der Lebens­hil­fe außer­halb von Lebens­hil­fe-Ein­rich­tun­gen tätig. Für Men­schen mit intel­lek­tu­el­ler Beein­träch­ti­gung bie­tet die Inte­gra­ti­ve Beschäf­ti­gung die Mög­lich­keit, neue Kon­tak­te zu knüp­fen und ihre per­sön­li­chen Inter­es­sen und Fähig­kei­ten zum Ein­satz zu brin­gen. Unter­neh­men, die Men­schen mit Beein­träch­ti­gung – mit oder ohne Beglei­tung von Mitarbeiter*innen der Lebens­hil­fe – die Mög­lich­keit zur Mit­ar­beit und Teil­ha­be bie­ten, zei­gen sozia­le und gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung. Der­zeit zählt die Lebens­hil­fe Ober­ös­ter­reich mehr als 100 Koope­ra­ti­ons­part­ner der Inte­gra­ti­ven Beschäf­ti­gung, die durch­wegs posi­tiv über die Koope­ra­ti­on berich­ten und von moti­vier­ten Men­schen mit Beein­träch­ti­gung unter­stützt werden.

Foto: Lebens­hil­fe Oberösterreich

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