Regau – „Während der Fischkonsum in Österreich steigt, nimmt man unseren heimischen Betrieben Schritt für Schritt die Grundlage zum Arbeiten“, warnt der Obmann der Freien Bauern Oberösterreich, DI Dr. Arthur Kroismayr aus Regau. „Das ist ein Angriff auf unsere Versorgungssicherheit, auf unsere bäuerlichen Familienbetriebe und auf unsere heimische Qualität.“
Im Zentrum der Kritik steht die EU-Wasserrahmenrichtlinie mit ihren Renaturierungsplänen, die die Fischproduktion de facto verunmöglicht. „Es würde einen enormen technischen und finanziellen Aufwand für unsere Fischproduzenten mit keinem Nutzen für die Natur bedeuten“, so Kroismayr. „Den österreichischen Fischbauern wird die Möglichkeit genommen, überhaupt noch zu wirtschaften. Das besonders perfide an dieser Richtlinie ist, dass sie auch für bereits bestehende Anlagen gilt.“
Dabei sei die Lage bereits jetzt alarmierend. Der sogenannte „Fischerschöpfungstag“ – also jener Tag, an dem die Versorgung mit Fisch aus heimischer Produktion endet – fiel in Österreich bereits schon auf den 27. Jänner. „Ab diesem Zeitpunkt sind wir beim Fisch fast vollständig von Importen abhängig“, kritisiert Kroismayr. „Und diese Importe kommen oft aus Ländern mit deutlich schlechteren Standards und geringerer Qualität.“
Gleichzeitig steige der Fischkonsum der Bevölkerung weiter, doch in Österreich gebe es immer weniger Betriebe, die diese Nachfrage bedienen können. „Wir verlieren unsere Selbstversorgung, weil man die Produzenten mit Auflagen, Verboten und Bürokratie erdrückt“, so der Obmann der Freien Bauern. „Das ist blanke Verantwortungslosigkeit gegenüber den Menschen in unserem Land.“
Besonders scharf geht Kroismayr mit der einseitigen Prioritätensetzung im sogenannten Naturschutz ins Gericht. „Für die Energiewirtschaft wurde das ‚öffentliche Interesse‘ so hoch gehängt, dass Naturschutz oft nachrangig ist. Für die Lebensmittelproduktion gilt das offenbar nicht“, kritisiert er. „Offenbar ist es in Brüssel wichtiger, ideologische Renaturierungsziele zu erfüllen, als die europäische Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln aus der Region zu versorgen.“
Für Kroismayr ist klar: „Die Versorgung der Menschen mit sicheren, hochwertigen Lebensmitteln ist genauso öffentliches Interesse wie Energieversorgung oder Verkehr – und muss mindestens genauso geschützt werden.“ Der derzeitige Kurs sei aber von übertriebenem Naturschutz, abgehobener Bürokratie und dem Druck eines mächtigen NGO-Komplexes geprägt. „Sogenannte Natur- und Tierschützer, die jede Nutzung verteufeln, entscheiden faktisch über die Zukunft unserer Bauern. Das muss aufhören.“ Konkret verlangt Kroismayr, dass die fischwirtschaftlichen Betriebe endlich als systemrelevant anerkannt werden: „Die Fischproduktion muss als öffentliches Interesse definiert, vor übertriebener Regulierung geschützt und aktiv gestärkt werden.“











