Vöcklabruck. Das OKH – Offenes Kulturhaus Vöcklabruck lädt am Montag, 2. März 2026, zur Lesung mit Helge Timmerberg ein. Unter dem Titel „Best of Helge Timmerberg – Eine Lesung aus 20 Büchern“ öffnet der Journalist und Autor sein Archiv aus vier Jahrzehnten Schreiben: Reportagen, Anekdoten, autobiografische Reflexionen. Das Publikum erwartet eine Weltreise in Worten – von Havanna über den Himalaya bis in mitteleuropäische Hinterhöfe.
Timmerberg gilt als eine der markantesten Stimmen des deutschsprachigen Reisejournalismus. Seit den 1970er-Jahren schreibt er Reise- und Abenteuerreportagen aus allen Teilen der Welt, unter anderem für Magazine wie Stern, Geo, Merian oder Playboy. Sein Stil orientiert sich am New Journalism und an gonzohaften Erzählweisen: subjektiv, nah an der eigenen Wahrnehmung, mit einem Ton zwischen Selbstironie und Nachdenklichkeit. Was er beschreibt, hat er in der Regel selbst erlebt – oft unter Bedingungen, die eher an Langstreckenflüge, Nachtbusse und Grenzstationen erinnern als an Pauschaltourismus.
Die Lesung versammelt Texte aus zwanzig Büchern, die Timmerberg in den vergangenen Jahrzehnten veröffentlicht hat. Dazu gehören frühe Reportagen ebenso wie neuere autobiografische Essays, in denen er Reisen als Lebensform beschreibt: nicht als Flucht aus dem Alltag, sondern als dauernde Suche nach Bedeutung. Seine Geschichten führen nach Kuba, Indien, Nepal oder quer durch Afrika, aber auch in europäische Städte und Provinzbahnhöfe, an denen große und kleine Entscheidungen fallen. So entsteht ein Panorama, in dem persönliche Erfahrungen, politische Situationen und Alltagsbeobachtungen ineinandergreifen.
Kennzeichnend ist Timmerbergs Sprache: präzise, pointiert, oft lakonisch, mit Bildern, die sich festsetzen. Sibylle Berg nannte ihn „den besten Schreiber Deutschlands“ seiner Generation und „den freiesten Menschen“, den sie getroffen habe – eine Einschätzung, die auch als Kommentar zu seinem Lebensentwurf gelesen werden kann. Holger Kreitling beschreibt ihn in der Welt als Reporter, der Gold in Brasilien schürfte, die Erleuchtung in Indien suchte und im Himalaya die Schönheit – Erlebnisse, die in vielen Texten wiederkehren. In der Lesung im OKH stehen genau diese Verdichtungen im Mittelpunkt: Szenen, die unter die Haut gehen, weil sie beiläufig und direkt erzählt sind.
Timmerbergs Bücher tragen Titel wie „Tiger fressen keine Yogis“, „Die Straßen der Lebenden“ oder „Joint Adventure“ – schon die Namen verweisen auf eine Mischung aus Abenteuerlust, Selbstversuch und ironischer Distanz. Viele dieser Texte sind ursprünglich in Magazinen erschienen und wurden später zu Buchzyklen gebündelt, die seine Reisen durch Kontinente wie Asien, Afrika oder Lateinamerika nachzeichnen. Die Lesung „Best of Helge Timmerberg“ nutzt dieses Material, um Fäden über Jahrzehnte hinweg zu ziehen: vom jungen Reporter, der im Himalaya beschließt, Journalist zu werden, bis zum Autor, der auf seine eigene Biografie zurückblickt. Der Abend bietet damit nicht nur Reisegeschichten, sondern auch ein Stück Medien- und Popkulturgeschichte aus der Perspektive eines Reporters, der viele Moden überlebt hat.
Für das Publikum im OKH bedeutet das: ein konzentrierter Abend mit Texten, die weit über klassische Urlaubsliteratur hinausgehen. Timmerberg erzählt von Grenzerfahrungen und Alltagsmomenten, von Drogen, Spiritualität und politischer Realität, ohne diese Ebenen zu trennen. Wer sich für literarischen Reisejournalismus, subjektive Reportagen und die Frage interessiert, wie man ein Leben im Unterwegssein erzählen kann, findet hier einen dichten Einstieg.
Veranstaltungsinformation:
Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr, Einlass ist um 18:30 Uhr im barrierefreien Saal im OG des OKH. Der Eintritt beträgt 10 Euro im Vorverkauf, 12 Euro an der Abendkassa sowie 6 Euro für Jugendliche bis 18 Jahre. Der Vorverkauf läuft bis 2. März 2026, 16:00 Uhr; Tickets sind online oder in der Buchhandlung Neudorfer erhältlich.
Weitere Infos: https://okh.or.at/programm











