BAD ISCHL. Die 3. Klasse der Höheren Lehranstalt für Pflege und Sozialbetreuung (kurz HLPS) in Bad Ischl absolvierte soeben das erste Pflegepraktikum: Diese SchülerInnen sind der erste Jahrgang des neuen Ausbildungsmodells, das eine Matura mit dem Abschluss zur Pflegefachassistenz (PFA) verbindet. In enger Kooperation mit der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Bad Ischl werden die SchülerInnen umfassend auf ihre zukünftigen Aufgaben im Pflegeberuf vorbereitet, theoretisch wie praktisch.
Ein besonders wichtiger Baustein dieser Ausbildung sind die Pflegepraktika ab 17 Jahren, von denen das erste Mitte Jänner startete. Zwei der Praktikantinnen, Carolin Muhr und Mariella Mayer, absolvierten ihr erstes Praktikum auf der Unfallstation des Salzkammergut Klinikums Bad Ischl. Im Gespräch erzählen sie von ihren Eindrücken, Erlebnissen und ersten Aha-Momenten.
Motiviert, engagiert und offen: Ein gelungener Start in die Praxis
Die beiden Auszubildenden zeigen sich von ihrer Praktikumsstelle begeistert.
„Es war sehr vielfältig. Wir lernten, die Theorie in die Praxis umzusetzen und sammelten erste praktische Erfahrungen“, beschreibt Mariella Mayer ihren Alltag. Auch ihre Kollegin Carolin Muhr blickt positiv auf die ersten vier Wochen zurück: „Ich bin sehr froh, dass ich hier zugeteilt wurde. Ich habe mir davor nicht richtig vorstellen können, was mich erwartet, aber ich bin richtig glücklich. Es hat mir wirklich gut gefallen.“
Das bestätigt auch die Stationsleitung, DGKPin Manuela Feichtinger, die die jungen Praktikantinnen vom ersten Tag an begleitete: „Die Schülerinnen waren sehr engagiert und motiviert. Man merkt, dass sie wissbegierig und sehr offen sind, obwohl es ihr erstes Praktikum war. Sie passen hervorragend ins Team und zeigen große Teamfähigkeit.“
Einblick in den Stationsalltag
Der Alltag auf der Unfallstation war für beide Schülerinnen sehr spannend und richtete sich ganz auf das Tagesgeschehen. Eine kleine Routine hat sich bei beiden dennoch eingespielt. „In der Früh unterstützten wir bei der Köperpflege und begrüßten die PatientInnen“, erzählt Mayer. „Dann haben wir Blutdruck gemessen, dokumentiert, das Frühstück gebracht. Und dann haben wir gesehen, was an diesem Tag noch ansteht, je nachdem welche Patienten eingetroffen sind.“ Für Carolin Muhr war ihre erste Praktische Anleitung (kurz PAL) ein wichtiger Schritt: „Ich war zuerst sehr nervös, aber durch die Unterstützung von Frau Weißenborn, unserer Pflegepädagogin an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege in Bad Ischl, habe ich schnell Sicherheit gewonnen. Gemeinsam haben wir das wirklich gut gemeistert.“
Carina Weißenborn, BScN, die die SchülerInnen seit Ausbildungsstart begleitet, blickt zufrieden auf die Auszubildenden. „Die praktische Begleitung ist ein wesentlicher Bestandteil während der PFA-Ausbildung. Es macht mich sehr stolz zu sehen, wie gut sich die Schülerinnen im Team integriert haben und das Gelernte umsetzen konnten.“
Theorie trifft Praxis
Beide Schülerinnen fühlten sich gut auf den Einsatz auf der Unfallstation vorbereitet.
„Man konnte zwar noch nicht überall mitreden“, so Mayer, „aber man hat schon verstanden, worüber gesprochen wird, wie man damit umgeht und was man tun kann. Das war extrem hilfreich.“
Die Stationsleitung sieht die Kooperation mit der HLPS als große Chance, aber auch als Lernprozess. „Natürlich ist es auch für die Praktikumsstellen eine Herausforderung, weil es so viele unterschiedliche Ausbildungswege in der Pflege gibt. Wir wünschen uns in Zukunft noch mehr Zusammenarbeit mit der Schule und den Lehrkräften.“
Prägende Momente: Erste Notfälle, Herzalarm und echte Teamarbeit
Die ersten Praxiserfahrungen haben Eindruck hinterlassen.
„Wir hatten schon Notfälle und ich dachte immer, ich weiß nicht, wie ich reagieren soll“, berichtet Mayer. „Aber das hat sich jetzt definitiv geändert. Es ist etwas anderes, nur darüber zu hören oder wirklich dabei zu sein.“
Für Muhr war ein Herzalarm ein besonders prägender Moment.
„Zum Glück war es dann nichts Ernstes, aber zu sehen, wie plötzlich eine Menge Ärzte und Pflegekräfte ins Zimmer gerannt kamen, das war wirklich spannend.“
Ein Beruf mit Herz und einer klaren Zukunftsperspektive
Die Erfahrungen der letzten Wochen haben den Schülerinnen ihre berufliche Richtung bestätigt.
„Ich war mir zunächst nicht sicher, ob der Pflegeberuf wirklich das Richtige für mich ist“, sagt Mayer. „Aber jetzt weiß ich: Ja, das will ich machen.“
Auch Muhr kann sich eine Zukunft auf der Unfallstation gut vorstellen: „Es hat mir wirklich gut gefallen und bin so froh, dass ich mein erstes Praktikum hier machen durfte.“
Die Stationsleitung, Frau Feichtinger blickt optimistisch in die Zukunft der beiden Nachwuchskräfte und hat einen einfachen Rat für ihre weitere Laufbahn: „Weiter so! Man merkt genau, es ist das Richtige für euch.“
Fazit: Die beiden HLPS-Schülerinnen zeigen eindrucksvoll, wie engagiert und motiviert die nächste Generation der Pflegefachkräfte sein kann. Mit einer fundierten Ausbildung, einer starken Kooperation zwischen Schule und Gesundheitswesen und der Begeisterung der Jugendlichen steht der Pflegeberuf im Salzkammergut auf einem starken Fundament.











