Die Faustballer der Union Tigers Vöcklabruck haben erstmals in ihrer Vereinsgeschichte den Hallen-Europapokaltitel gewonnen. Beim Champions Cup in Grieskirchen feierte das Team gegen den bisherigen Seriensieger TSV Pfungstadt einen umkämpften 3:2-Sieg. Bronze ging an den deutschen Vertreter TV Käfertal. Für die Frauen der Union Compact Freistadt reichte es hingegen nicht zu einem Platz auf dem Podest. Nach ihrer 0:3-Halbfinalniederlage gegen den TSV Dennach mussten sie sich – trotz tollem Kampfgeist – auch im Bronze-Spiel gegen den TSV Calw geschlagen geben (1:3). Den Sieg bei den Frauen holte der TSV Dennach im Finale gegen SVD Diepoldsau-Schmitter. Ausrichter UFG Sparkasse Grieskirchen/Pötting zog zum Abschluss des zweitägigen Events in der Raiffeisen Sportarena ein positives Fazit.
Vöcklabruck stößt Pfungstadt vom Thron
Österreichischer Staatsmeister in der Halle und auf dem Feld, Champions Cup-Sieger auf dem Feld, Weltpokalsieger: Die Erfolgsliste der Union Tigers Vöcklabruck ist lang. Einzig ein Titel fehlte den so erfolgreichen Faustballern aus dem Hausruckviertel noch – bis zum vergangenen Wochenende. Beim Hallen-Champions Cup in Grieskirchen stieß das Team nicht nur den bisherigen Seriensieger TSV Pfungstadt (11 Siege in Folge) vom Thron sondern krönte sich auch erstmals zur besten Hallen-Vereinsmannschaft im Faustball.
In einem hochklassigen Finale mit spektakulären Abwehraktionen und einem packenden Entscheidungssatz behielten die Union Tigers Vöcklabruck am Ende die Oberhand (11:8, 10:12, 11:4, 9:11, 11:8). Von Beginn an sahen die Zuschauer dabei einen Schlagabtausch, in dem sich niemand so wirklich absetzen konnte. Zweimal legten die Tigers dabei nach Sätzen vor, in beiden Fällen hatte Titelverteidiger Pfungstadt die passende Antwort parat. Auch im Entscheidungssatz war lange Zeit kein Sieger auszumachen. Beim Seitenwechsel führte Vöcklabruck mit 6:5, ehe man beim 10:8 zwei Matchbälle hatte. Als das folgende Service von Patrick Thomas im Aus landete stand der historische Vöcklabrucker Erfolg fest. „Es war ein brutales Spiel“, jubelte Vöcklabrucks Zuspieler Elias Walchshofer nach der Partie. Für die Tigers sei es der letzte große Titel gewesen, der noch in der Sammlung gefehlt habe. „Wir wollten das unbedingt und haben viel investiert.“ Besonders hob er das Angriffsduell hervor: Pfungstadts Patrick Thomas und Karl Müllehner hätten sich „ein Duell geliefert, das seinesgleichen sucht“. Am Ende war es sein Team, das die entscheidenden Punkte gesetzt hatte. „Ich bin unglaublich stolz auf das Team“, so Walchshofer.
Im Halbfinale am Freitag hatte Vöcklabruck den TV Käfertal ausgeschaltet. Die Mannheimer hatten erst am Wochenende zuvor mit dem Deutschen Meistertitel und der Wachablösung des Hallen-Serienmeisters TSV Pfungstadt für Aufsehen gesorgt. Im europäischen Aufeinandertreffen musste der TVK aber auf Hauptangreifer Marcel Stoklasa verzichten. Die Tigers, die in Bestbesetzung in die Partie gingen, konnten das nicht entscheidend für sich nutzen, lieferten sich stattdessen ein Duell auf Augenhöhe. „Wir haben geschaut, dass wir unser Spiel spielen, auch wenn uns das nicht so ganz gelungen ist“, berichtete Tigers-Kapitän Paul Part im Anschluss: „Nick Trinemeier hat viel Druck aus dem Service gemacht, wir haben uns ein wenig schwergetan.“ Doch: Auch, wenn es in den Sätzen zwei und drei eng wurde lieferte der österreichische Champion im entscheidenden Moment ab, setzte die wichtigen Punkte – und feierten so mit 3:0 (11:6, 11:9, 11:9) den Finaleinzug.
Freistädterinnen schrammen an Podest vorbei
Im Vorjahr hatten auch die Faustballerinnen der Union Compact Freistadt mit der Silbermedaille für Furore gesorgt. Mit einigen verletzungsbedingten Ausfällen und einem stark verjüngten Team verpassten die österreichischen Meisterinnen von 2025 in diesem Jahr aber den Sprung auf das Podest.
Im Halbfinale hatten ich die Freistädterinnen zum Auftakt des Champions Cup-Wochenendes gegen Titelverteidiger TSV Dennach geschlagen geben müssen (5:11, 6:11, 4:11). Einzig im ersten Satz erspielten sich die Union-Faustballerinnen in teils langen Ballwechseln eine 4:1-Führung. Danach aber schlichen sich im jungen Team immer wieder Fehler ein, die das international so erfahrene Team aus Dennach eiskalt ausnutzte. „Wir haben gewusst, dass es nicht leicht wird“, konstatierte Freistadts Abwehrspielerin Barbara Gutenbrunner nach der Partie. Ihre Mannschaft versuchte es im dritten Abschnitt noch einmal mit personellen Veränderungen, für die Wende zu sorgen – wirklich in Bedrängnis bringen konnten die Österreicherinnen den TSV Dennach aber nicht. „Wir haben phasenweise guten Faustball gezeigt und können stolz auf uns sein. Den Champions Cup zu spielen ist eine große Ehre“, so Gutenbrunner.
Auch den Finaltag eröffneten die Freistädterinnen mit dem Bronze-Duell gegen den TSV Calw, der sein Semifinale gegen den SVD Diepoldsau-Schmitter ebenfalls mit 0:3 verloren hatte. Den besseren Start in die Partie erwischte Freistadt, die mit einer starken Defensive die druckvoll geschlagenen Bälle des TSV gut im Griff hatte und sich so die Satzführung erarbeitete. Auch in den folgenden drei Sätzen sah es so aus, als ob die Freistädterinnen auf Kurs Satzgewinn schienen. Doch ausgerechnet in den entscheidenden Phasen der Sätze gelang es nicht, das Service loszuwerden. So verlor man beim Stand von 1:1 den dritten Abschnitt nach 6:4-Führung mit 6:11, lag auch im vierten Durchgang in Führung (9:6). Doch erneut drehte Calw nun auf, Calws starke Angreiferin Fenja Stallecker setzte einen Rückschlag auf die Grundlinie und holte so zwei Matchbälle. Nach einem langen Ballwechsel setzte Union-Angreiferin Katharina Teufer den Ball seitlich ins Aus – der Medaillentraum geplatzt. „Wir haben heute eine deutliche Leistungssteigerung zum Halbfinale gezeigt“, war Freistadts Co-Trainer Andreas Klaffenböck trotz der Niederlage nicht unzufrieden: „Unter dem Strich ist es sich leider nicht ausgegangen. Das ist sehr schade, aber so ist Faustball.“ Sein Blick richtete sich mit dem so jungen Team vielmehr schon auf die Zukunft. „Irgendwann werden wir aber wieder auf dem Treppchen stehen“, so Klaffenböck.


Champions Cup Halle 2026:
Ergebnisse Frauen:
Halbfinale:
Union Compact Freistadt (AUT) vs. TSV Dennach (GER) 0:3 (5:11, 6:11, 4:11)
SVD Diepoldsau-Schmitter (SUI) vs. TSV Calw (GER) 3:0 (12:10, 11:8, 11:8)
Medaillenspiele:
Bronze: Union Compact Freistadt (AUT) – TSV Calw (GER) 1:3 (11:6, 9:11, 6:11, 9:11)
Gold: TSV Dennach (GER) – SVD Diepoldsau-Schmitter (SUI) 3:1 (7:11, 11:8, 11:4, 12:10)
Ergebnisse Männer:
Halbfinale:
STV Oberentfelden (SUI) vs. TSV Pfungstadt (GER) 0:3 (2:11, 6:11, 5:11)
Union Tigers Vöcklabruck (AUT) vs. TV Käfertal (GER) 3:0 (11:6, 11:9, 11:9)
Medaillenspiele:
Bronze: STV Oberentfelden (SUI) – TV Käfertal (GER) 0:3 (7:11, 11:13, 7:11)
Gold: TSV Pfungstadt (GER) – Union Tigers Vöcklabruck (AUT) 2:3 (8:11, 12:10, 4:11,
11:9, 8:11)











