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Franz Stangl – “Vom Ebenseer Weber zum KZ-Kommandaten”

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Am Ende der Vortragsreihe über NS-Täter beschäftigt sich der letzte Vortrag mit dem in Ebensee aufgewachsenem Franz Stangl, der im Nationalsozialismus „Karriere“ machte und „zum besten Lagerkommandanten von Polen“ aufstieg. Franz Stangl wurde 1908 in Altmünster geboren und übersiedelte bereits 1909 nach Ebensee, wo er seine Kindheit verbrachte.

VORTRAG:
Mittwoch, 28.3.2012, 19 Uhr, Zeitgeschichte Museum Ebensee

In der Pottendorfer Weberei in Ebensee absolvierte er eine Lehre zum Weber, die er nach drei Jahren im Alter von 18 ½ Jahren erfolgreich abschloss und damit zum jüngsten Webermeister in Österreich wurde. Er brachte sich selbst das Zitherspielen bei und war in Ebensee Mitglied im Zitherklub. 1931 wechselte Stangl den Beruf und ging zur Polizei nach Linz.

Im Herbst 1935 erfolgte seine Versetzung zur politischen Abteilung der Kriminalpolizei in Wels, die 1939 der Gestapo unterstellt und nach Linz verlegt wurde. Im November 1940 erhält Stangl, mittlerweile zur „Gemeinnützigen Gesellschaft für Anstaltspflege“  versetzt, den Posten als Verwaltungs- und Büroleiter der Euthanasieanstalt Hartheim. Anschließend war Stangl Kommandant des Vernichtungslagers Sobibor, ab September 1942 bis zur Auflösung des Lagers 1943 Kommandant des Vernichtungslagers Treblinka, zu diesem Zeitpunkt das größte NS-Vernichtungslager in Polen.

Die letzten beiden Kriegsjahre verbrachte Stangl bei der Partisanenbekämpfung in Oberitalien und Jugoslawien. Das Kriegsende überraschte Stangl während einer Dienstreise in Österreich, wo er von den US-Streitkräften im Lager Glasenbach in Salzburg interniert wurde. 1948 gelang ihm die Flucht über Rom nach Syrien und Brasilien, wo er unter seinem richtigen Namen und gemeinsam mit seiner Familie lebte.

Auf Betreiben von Simon Wiesenthal wurde Stangl 1967 verhaftet, in Deutschland vor Gericht gestellt und am 22. Dezember 1970 wegen Mordes an 900.000 Menschen zu lebenslanger Haft verurteilt. Stangl starb am 28. Juni 1971 in Haft. REFERENT: Mag. Wolfgang Schmutz, KZ-Gedenkstätte Mauthausen

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