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10 Jahre Strahlenzentrum am SK Vöcklabruck

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In diesem Sommer begeht das SalzkammergutKlinikum Vöcklabruck ein wichtiges Jubiläum. Vor zehn Jahren wurde im damaligen LandesKrankenhaus Vöcklabruck das Strahlenzentrum eröffnet. Heute ist das Zentrum, das im Klinikum auf einer Fläche von 1.200 m² angesiedelt ist, eine elementare Anlaufstelle für jährlich rund 1.700 Krebspatient/-innen. Mit seinen hochmodernen Behandlungsmethoden ist es ein zentraler Bestandteil der Diagnostik und Therapie im Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck und macht das Salzkammergut-Klinikum insgesamt zu einem professionellen High-Tech-Vollversorger bei onkologischen Erkrankungen.

Anstieg der Krebserkrankungen
Wachsende Bedeutung regionaler Versorger Jedes Jahr erkranken in Österreich etwa 40.000 Menschen neu an Krebs. Aufgrund des demografischen Wandels und der Tatsache, dass Krebserkrankungen vorrangig im fortgeschrittenen Alter auftreten, ist davon auszugehen, dass die Zahl der Krebsdiagnosen auch in Zukunft ansteigen wird. „Früherkennung spielt in diesem Zusammenhang natürlich eine große Rolle“, sagt Landesrätin Mag.a Christine Haberlander. „Wichtig ist aber auch, dass der Bevölkerung im Falle einer Krebserkrankung eine rasche und wohnortnahe Versorgung auf hohem medizinischem Niveau zur Verfügung steht.“ Wachsende Bedeutung kommt dabei sicher den sich stetig verbessernden Diagnose- und Therapieformen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte und somit auch den Behandlungsmöglichkeiten in der Strahlentherapie zu.

 

Das Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck
Wichtige Anlaufstelle für Krebserkrankungen „Vor diesem Hintergrund zeigt sich deutlich, dass die Etablierung des Strahlenzentrums im Jahr 2008 eine strategisch wichtige und vorausblickende Entscheidung im Sinne unserer Patientinnen und Patienten im Salzkammergut gewesen ist. Auch im gemeinsamen Tumorzentrum gespag-Elisabethinen erfüllt das Strahlenzentrum eine wichtige Aufgabe“, sagt Mag. Karl Lehner, Vorstandssprecher der gespag. Nach wie vor ist das Institut für Radioonkologie, neben der Abteilung im KH der Barmherzigen Schwestern in Linz, die einzige strahlentherapeutische Einrichtung in Oberösterreich. Die kontinuierlich steigenden Patient/-innenzahlen der vergangenen zehn Jahre zeigen zudem, dass sowohl Nuklearmedizin als auch Strahlentherapie in der onkologischen Versorgung eine enorm wichtige Rolle spielen. „Im vergangenen Jahr wurden in den Instituten für Radioonkologie und Nuklearmedizin rund 6.000 Patient/-innen untersucht und behandelt“, sagt Mag. Lehner.

Medizinische Vollversorgung
bei Krebserkrankungen „Im Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck reicht das medizinische Angebot von der Diagnose über Chemotherapie, Antikörpertherapie und onkologische Chirurgie bis hin zu nuklearmedizinischen Maßnahmen und Strahlentherapie“, sagt Dr. Tilman Königswieser, MPH, Ärztlicher Direktor am Salzkammergut-Klinikum. Mit der räumlichen Zusammenführung der Fachdisziplinen „Radioonkologie“ und „Nuklearmedizin“ zu einem Strahlenzentrum im Jahr 2008 führt das SK Vöcklabruck heute alle Institute und Stationen im Haus, die bei der Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen relevant sind. „Aus strahlenmedizinischer Perspektive können wir unseren Patientinnen und Patienten bis auf die Ganzkörperbestrahlung das gesamte, mögliche Therapiespektrum anbieten“, sagt Dr. Königswieser.

Punktgenau und schmerzfrei
Strahlentherapie als zentrale Säule in der Krebsbehandlung Die Strahlentherapie kommt heute bei etwa 60 Prozent der Krebspatient/-innen im Laufe ihrer Erkrankung allein oder in Kombination mit anderen Behandlungsformen zum Einsatz. Rund 40 Prozent der Krebserkrankungen sind dabei allein durch Strahlentherapie heilbar. Die Therapiegeräte und die Bestrahlungstechniken haben in den letzten Jahren einen Innovationsschub erfahren. „Die Radioonkologie hat einen Wandel durchlebt. Die Bestrahlung kann zielgenauer verabreicht werden, das spiegelt sich in einer geringeren Nebenwirkungsrate wider. Die Gesamtbehandlungszeiten haben sich bei gewissen Tumorerkrankung verkürzt, wie z. B. bei der Brustbestrahlung von fünf auf drei Wochen. Die Kombinationen mit neuen Substanzen, wie CheckpointInhibitoren, werden in Studien überprüft und zeigen zum Teil erfolgversprechende Ergebnisse“, sagt Prim. Dr. Dietmar Seewald, Leiter des Instituts für Radioonkologie. Für jeden Patienten wird ein individueller Strahlenplan erstellt, sollten sich während der Behandlung Veränderungen des Tumors zeigen, erfolgt eine weitere individuelle Anpassung der Dosisverteilung.

Prim. Dr. Dietmar Seewald, Institutsleiter Radioonkologie und Strahlentherapie sowie Prim. Dr. Peter Panholzer, Institutsleiter Nuklearmedizin

Präzision und Innovation
Neue Therapieformen und High-Tech-Geräte Möglich machen das im Strahlenzentrum des SK Vöcklabruck modernste Bestrahlungstechniken wie beispielsweise die sogenannte stereotaktische Bestrahlung. „Wir können heute mit Hochpräzisionstechniken höhere Bestrahlungsdosen verabreichen, die effektiver sind und außerdem die Nebenwirkungen deutlich reduzieren. Die Bestrahlung erfolgt auch bildunterstützt, sodass auch die Treffsicherheit erhöht ist“, erklärt Prim. Seewald. Für die Patient/-innen erhöht sich damit die Wirksamkeit der Methode bei einer gleichzeitigen, deutlichen Reduzierung von Nebenwirkungen. Zum Einsatz kommen dabei zwei moderne Linearbeschleuniger, die mit den erzeugten hochenergetischen Photonenstrahlen eine biologische Veränderung an den Krebszellen hervorrufen. Die eingesetzte VMAT-Technologie erlaubt es, die Strahlendosis exakt auf die erkrankten Körperregionen anzupassen. „Der Linearbeschleuniger dreht sich dabei um die Patientinnen oder Patienten und verkürzt damit die Bestrahlungsdauer im Vergleich zur früher praktizierten statischen IMRT erheblich“, erläutert Prim. Seewald.

Elementare Zusatzinformation über Tumore liefert die Nuklearmedizin In enger Verbindung zur Strahlentherapie steht die Nuklearmedizin (NUK). Sie nimmt entscheidenden Einfluss auf die optimale und auf die Patient/-innen individuell abgestimmte Therapieplanung. Umfangreiche diagnostische Möglichkeiten erlauben es heute, wertvolle Zusatzinformationen über Aggressivität, Lage und exakter Ausdehnung des Tumorgewebes zu gewinnen. „Zudem gibt es aufgrund immer neuer radioaktiver Substanzen eine stetige Erweiterung, nicht nur im diagnostischen, sondern auch im therapeutischen Bereich“, sagt Prim. Dr. Peter Panholzer, Leiter des Instituts für Nuklearmedizin.

Optimierung der Strahlentherapieplanung
durch PET-CT-Diagnostik Auch das Institut für Nuklearmedizin greift bei Diagnose und Therapie von onkologischen Erkrankungen auf den Einsatz von hochtechnologischen Gerätschaften zurück. Krankhafte Veränderungen im Organismus können mit Hilfe von zwei Großfeld-Gammakameras schon in einem sehr frühen Stadium aufgezeigt und lokalisiert werden. Mit der Vollring-PET-Computertomografie (PET-CT) der Nuklearmedizin steht dem Strahlenzentrum in Vöcklabruck bei onkologischen Untersuchungen zudem eines von nur vier leistungsfähigen Geräten des Landes
zur Verfügung. „Die PET-CT ist eine präzise Methode zur Tumor-Diagnostik“, so der Institutsleiter, „Sie gibt Auskunft über die anatomische und stoffwechselbezogene Beschaffenheit eines Tumors.“ In einer einzigen Untersuchung sind die Expert/-innen des Vöcklabrucker Strahlenzentrums in der Lage, den Tumor exakt zu orten und gleichzeitig zu sehen, ob es sich um vitales Tumorgewebe oder um inaktives Narbengewebe handelt.

Den Menschen im Blickpunkt
Vertrauen als Basis Insgesamt 47 Mitarbeiter/-innen aus den Bereichen Medizin, Medizinphysik, Radiotechnologie, Pflege und Verwaltung sind für jene umfassende Behandlung und Betreuung verantwortlich, die für Menschen mit Krebsdiagnose in dieser schwierigen Zeit so elementar sind. „Neben umfassenden fachlichen Know-how braucht es gerade in solch sensiblen Disziplinen wie der Nuklearmedizin oder der Radioonkologie ein hohes Maß an menschlicher Kompetenz“, betont Prim. Panholzer. „Unsere Patientinnen und Patienten müssen absolutes Vertrauen in die behandelnden Medizinerinnen und Mediziner sowie in die von uns verwendete Technik haben.“

Wichtiger onkologischer Partner und begehrte Ausbildungsstätte

Das Strahlenzentrum in Vöcklabruck, welches 2008 für seine qualitativ hochwertigen Therapieleistungen vom TÜV Austria ISO-zertifiziert und im darauffolgenden Jahr bei einer Überprüfung der EU-Kommission Österreich durch das Bundesministerium für Gesundheit als Vorzeigebetrieb ausgewählt wurde, erfreut sich dabei nicht nur einer hohen Akzeptanz bei regionalen und überregionalen Patient/-innen. Auch Expert/-innen aus dem medizinischen Umfeld schätzen das fachliche Know-how und die Expertise des multiprofessionellen Teams im Vöcklabrucker Strahlenzentrum. So war das Institut für Nuklearmedizin in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz nationaler und internationaler Delegationen und Fachtagungen. Bei Absolvent/-innen der Fachhochschulen für Radiotechnologie ist das Strahlenzentrum begehrte Praktikumsstätte, um Gelerntes zu vertiefen und wertvolle Erfahrungen im künftigen Arbeitsumfeld zu sammeln.

Das Strahlenzentrum dient außerdem als wichtiger Partner für sämtliche Abteilungen des SalzkammergutKlinikums, das Brustzentrum Salzkammergut, das Brustgesundheitszentrum Braunau und verschiedensten onkologische Abteilungen in ganz Oberösterreich.

Fotos: gespag

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