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Gewalt gegen Frauen

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Laut Statistik wurden 2018 in Österreich rund 7.400 Betretungsverbote ausgesprochen, 13.000 Frauen waren Opfer von Gewalt, 41 Frauen (bis Nov 2018) wurden getötet. Bis April 2019 bereits 9 Frauen. Erschreckende Zahlen – was tun?

Die meisten dieser Gewaltdelikte geschahen im sozialen Nahraum – die Täter waren in den meisten Fällen Lebensgefährten, Ehemänner, Brüder.

Um sich aus einer Gewaltbeziehung zu lösen braucht es viel Mut. Meist geht diesem Schritt eine lange Zeit mit viel Leid voraus. Betroffene Frauen können oft gar nicht formulieren, was ihnen angetan wurde. Auch die Kinder in Gewaltbeziehungen sind Betroffene und brauchen Hilfe.
Zudem braucht es eine Politik, die Bedingungen schafft, um Wege aus der Gewalt tatsächlich zu ermöglichen. Soziale Absicherung, Frauenlöhne, die Existenz sichern, aber auch leistbarer Wohnraum sind Grundvoraussetzungen um sich aus der Abhängigkeit eines Gewalttäters zu befreien.

Foto: Bettina Gangl

Terror – auch ohne die Hand zu erheben
Wenig gesellschaftliche Aufmerksamkeit gibt es bei seelischer Gewalt gegen Frauen. Drohungen, Nötigungen, Herabwürdigungen und Beschimpfungen sind die unterschiedlichen Gesichter seelischer Gewalt. Geld (auch das Eigene) zurückhalten, einsperren, Verbot, einer Arbeit nachzugehen, Verbot, soziale Kontakte zu pflegen – kurzum, durch Isolation und Kontrolle Macht über die Frau zu erlangen und zu manifestieren sind weitere Facetten dieser Gewaltausübung.
Solchen Erniedrigungen über einen längeren Zeitraum ausgesetzt zu sein, bedeutet einen enormen Stressfaktor. Um dies auszuhalten entwickeln Frauen oft Methoden, das Erlebte als normal an zu sehen – oft dient dies auch als Schutz um zu überleben.

Schritte aus der Gewalt
Mitarbeiterinnen der Frauenberatungsstelle bieten seit über 20 Jahren Beratungen an um aus Gewaltbeziehungen aus zu steigen. 2018 wurden in der Beratungsstelle über 500 Beratungen zum Thema Gewalt geführt.

„Unsere Arbeit besteht darin, Frauen dabei zu unterstützen, das Erlebte in Worte zu fassen und damit auch als Gewalt zu benennen, neue Strategien zu entwickeln, Mut zu schöpfen, um neue Wege zu beschreiten“, so die GFin der Frauenberatungsstelle Andrea Lantschner. „Wir ermutigen die Frauen, ihre eigenen Kompetenzen und Ressourcen (wieder) zu erkennen und diese für ihre neuen Lebenswege zu nutzen.“ Oftmals steht allerdings an erster Stelle die Sicherheit der betroffenen Frau und ihrer Kinder. Betretungsverbot oder der Auszug aus der gemeinsamen Wohnung sind oft unerlässliche Schritte aus der Gewaltbeziehung.

Frauenübergangswohnung der Frauenberatungsstelle Bad Ischl
Die Frauenberatungsstelle bietet für Frauen und deren Kinder, die von verschiedenen Formen von Gewalt bedroht sind, jedoch keiner akuten Gefährdung unterliegen, eine vorübergehende Wohnmöglichkeit.
„Hier finden Frauen und deren Kinder die nötige Ruhe und Begleitung um Vergangenes zu verarbeiten und konkrete Schritte in die Zukunft zu setzen. Ziel ist der Aufbau eines selbst bestimmten- und existenzgesicherten und gewaltfreien Lebens“, beschreibt Andrea Lantschner das Angebot der Frauenübergangswohnung.

Die Frauenberatungsstelle und das Gewaltschutzzentrum OÖ arbeiten im Bedarfsfall sehr eng zusammen. Das Gewaltschutzzentrum bietet einmal monatlich Beratungen in den Räumlichkeiten der Frauenberatungsstelle in Bad Ischl an. Sämtliche Beratungen sind selbstverständlich kostenlos und vertraulich.

Frauenberatungsstelle Inneres Salzkammergut
Bahnhofstr. 14
06132 21331, www.frauensicht.at

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1 Kommentar

  1. Asylmünster am

    Unerklärlicherweise ist das Gewaltpotential bei uns autochthonen Männer seit dem Jahr 2015 drakonisch gestiegen.
    Selbst Fernreisende aus dem Orient oder aus Afrika, welche uns seit diesem Jahr mit ihrem Dasein das tägliche Leben nicht mehr langweilig erscheinen lassen, waren in ihrer Heimat bis zu ihrem Aufbruch noch nie mit Gewalt konfrontiert, sondern haben sich dieses Attribut durch uns “Plötzlich-Frauenfeinde” erst aneignen müssen.