salzi.at - Aktuelles aus dem Salzkammergut

AK Gmunden verhilft Ferialjobberin zu ihrem Recht

0

Ins­ge­samt im ers­ten Halb­jahr fast 3,3 Mil­lio­nen Euro erkämpft
Genau 3.292.187 Euro erkämpf­te die AK Gmun­den im ers­ten Halb­jahr 2021 für die Beschäf­tig­ten im Bezirk, die sich mit arbeits- bzw. sozi­al­recht­li­chen Pro­ble­men an sie gewen­det haben. Die­se rei­chen von unzu­mut­ba­ren Arbeits­be­din­gun­gen bis zu fal­schen Abrech­nun­gen. Auch Stu­die­ren­de und Schü­ler/-innen, die gera­de einen Feri­al­job aus­üben, soll­ten dabei auf­merk­sam sein – wie ein Fall aus dem Bezirk Gmun­den zeigt. „Falls Pro­ble­me auf­tau­chen, hel­fen jeden­falls unse­re Exper­tin­nen und Exper­ten ger­ne wei­ter“, sagt AK-Prä­si­dent Dr. Johann Kalliauer.

Die Rechts­be­ra­ter/-innen der AK-Bezirks­stel­le in Gmun­den haben auch in den Som­mer­mo­na­ten alle Hän­de voll zu tun. Im ers­ten Halb­jahr 2021 führ­ten sie ins­ge­samt 3.178 Bera­tun­gen durch. Neben zahl­rei­chen Tele­fon- und E‑Mail-Bera­tun­gen, kamen 927 AK-Mit­glie­der mit ihren arbeits- und sozi­al­recht­li­chen Pro­ble­men zum per­sön­li­chen Beratungsgespräch.

Ein exem­pla­ri­scher Fall: Eine Stu­den­tin arbei­te­te 14 Mona­te lang in einem Fit­ness­stu­dio im Bezirk Gmun­den 15 Stun­den pro Woche, um ihr Stu­di­um zu finan­zie­ren. Nach der Been­di­gung des Dienst­ver­hält­nis­ses ent­deck­te sie Unge­reimt­hei­ten bei der End­ab­rech­nung. Die jun­ge Arbeit­neh­me­rin ließ die­se von den Rechts­ex­per­ten/-innen der Arbei­ter­kam­mer Gmun­den über­prü­fen. Dabei stell­te sich her­aus, dass ein Zeit­aus­gleichs­gut­ha­ben in der Höhe von 29,5 Stun­den nicht berück­sich­tigt wor­den war.

Zudem hat­te die Stu­den­tin den ihr zuste­hen­den Rest­ur­laub nicht kon­su­miert, doch die Urlaubs­er­satz­leis­tung für drei Wochen offe­nen Urlaub fehl­te. Wei­ters stell­ten die Juris­ten/-innen der AK Gmun­den Dif­fe­ren­zen für Zuschlä­ge an Sonn­tags­stun­den und beim Fei­er­tags­ent­gelt fest. Eine Inter­ven­ti­on der AK Gmun­den half zunächst nichts. Der Arbeit­ge­ber wei­ger­te sich, die offe­nen Ansprü­che zu zah­len. Letzt­end­lich brach­te die AK Gmun­den eine Kla­ge beim Arbeits- und Sozi­al­ge­richt ein, erst dann lenk­te der Fit­ness­stu­dio-Betrei­ber ein und bezahl­te die aus­ste­hen­den 845,16 Euro – für die Stu­den­tin eine wich­ti­ge Sum­me, um ihr Stu­di­um bestrei­ten zu können.

AK-Prä­si­dent Dr. Johann Kal­li­au­er rät jeden­falls allen Feri­al­job­be­rin­nen und ‑job­bern, denen es so oder ähn­lich ergeht: „Bit­te mel­den Sie sich sehr rasch bei der AK, denn vie­le Kol­lek­tiv­ver­trä­ge haben sehr kur­ze Ver­falls­fris­ten. Wenn die­se ver­stri­chen sind, kann nichts mehr nach­ge­for­dert werden“.

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Tipp: Unbe­dingt täg­lich Arbeits­zeit­auf­zeich­nun­gen füh­ren – und wenn mög­lich vom/von der Vor­ge­setz­ten bestä­ti­gen las­sen und zuhau­se auf­be­wah­ren. Die­se Auf­zeich­nun­gen hel­fen im Fal­le des Fal­les beim Durch­set­zen der Ansprüche.

Foto: AK / Wolf­gang Spitzbart

Teilen.

Kommentare