Vöcklabruck. Das OKH – Offenes Kulturhaus Vöcklabruck lädt am 28. Mai zur Lesung mit Elias Hirschl ein. Der Wiener Autor liest aus seinem neuen Roman „Schleifen“ – einem abgründig komischen Buch über Sprachphilosophie, Wissenschaftsgeschichte und eine Obsession, die bis an alle denkbaren Grenzen führt.
Im Zentrum steht Franziska Denk, die im Wien der 1930er-Jahre im Umfeld des Wiener Kreises aufwächst. Sie leidet an einer eigentümlichen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, entwickelt sich bei ihr sofort. In Otto Mandl, einem genialen Mathematiker, findet sie ihren Seelenverwandten. Die beiden lernen, sich mit Wörtern aus toten Sprachen gegen das Leiden zu immunisieren – und forschen fortan gemeinsam nach der perfekten Sprache. „Schleifen“ verbindet historische und fiktive Figuren, Alltagsszenen und Theorieebene: ein Roman über die Macht von Sprache auf Wahrnehmung, Denken und Zusammenleben.
Elias Hirschl, 1994 in Wien geboren, hat sich mit den Romanen „Salonfähig“ (2021) und „Content“ (2024) als markante Stimme der österreichischen Gegenwartsliteratur etabliert. Er schreibt Prosa, Theater- und Radiotexte, arbeitet als Musiker und Slam-Poet. 2020 erhielt er den Reinhard-Priessnitz-Preis, 2022 den Publikumspreis beim Bachmannwettbewerb.
„Schleifen“ – im Februar 2026 bei Zsolnay erschienen – setzt diese Auseinandersetzung auf eine neue Ebene. Der Perlentaucher zitiert Kritiker Bernhard Heckler, der den Roman als „mindestens fünfdimensionales, psychedelisches Wahnsinnswerk“ bezeichnet; Hirschl selbst erklärt, es gehe um Sprachphilosophie, um das vergebliche Streben nach einer allgemeingültigen Sprache. Das Blog Bookster HRO schreibt: „Je tiefer Hirschl in die Absurditäten der Sprachwissenschaften abtaucht, desto interessanter und auch witziger wird es.“
Die NZZ beschreibt Hirschl als wohltuend „sperrige Antithese zum modernen Erfolgsschriftsteller“ – einen Autor, der sich von Sprache verführen lässt, ihre Gesetze übertritt und sie bis zum Verstummen treibt. Auf konventionelle Figurenpsychologie oder stringente Plotführung verzichtet er dabei bewusst: sein nicht zu bändigender Sprachwitz und sein Ideenreichtum tragen den Text.
Veranstaltungsinformation: Lesung Elias Hirschl – „Schleifen“, Donnerstag, 28. Mai 2026 | Einlass: 18:30 Uhr | Beginn: 19:00 Uhr, OKH Vöcklabruck, EG Veranstaltungssaal, Hans Hatschekstraße 24, 4840 Vöcklabruck, Eintritt: 10 € VVK / 12 € Abendkassa. Weitere Infos: www.okh.or.at/programm
Tickets für diese Veranstaltung sind online sowie bei der Buchhandlung Neudorfer erhältlich.












