Der Pachtvertrag der Stadtgemeinde Gmunden mit der Familie Baumgartner, die an der Esplanade seit Jahrzehnten eine Konditorei betreibt, läuft im Oktober 2027 aus. Derzeit ist das Ausschreibeverfahren im Gange, bei dem ein Pächter gesucht wird. Noch nicht geklärt ist, ob das alte Gebäude saniert und restauriert wird oder ob ein Neubau kommt.
„Am Objekt sieht man, dass es in die Jahre gekommen ist und dass es nicht mehr so aussieht, wie man sich das an einer derart prominenten Lage am See vorstellt“, sagt Stadträtin Linda Windbichler (Neos), Obfrau des Tourismusausschusses, in dem das Projekt ebenso diskutiert wurde wie im Liegenschaftsausschuss unter Obmann Wolfgang Schlair (ÖVP) und im Bauausschuss unter Obmann Rüdiger Fritz (FPÖ).
Die Ausschreibung richtet sich an Gastronomen und Gastronominnen, die bereits einschlägige Erfahrung in der Führung eines derartigen Betriebs vorweisen können, darunter selbstverständlich auch die bisherige Pächterfamilie. Bis 13. Mai können Interessierte Fragen zum Vergabeverfahren stellen, bis 3. Juni läuft die Frist, um eine Bewerbung einzureichen. Über den Sommer kann das abgegebene Angebot bearbeitet und präzisiert werden, ehe es endgültig zur Vorlage kommt. Gesucht werde jemand, der – durchaus unter Hilfestellung eines Investors – im Idealfall jahrzehntelang bestehen und florieren kann und der Stadt als Visitenkarte dient, so Windbichler. Der Zuschlag soll voraussichtlich Mitte November erteilt werden.

Baustadtrat Rüdiger Fritz ergänzt: „Es gibt drei grundsätzliche Kriterien: die Architektur und Gestaltung, das gastronomische Betriebskonzept und das betriebswirtschaftliche Konzept, wobei mir ein anspruchsvolles und qualitätsvolles architektonisches Gesamtbild sehr am Herzen liegt. Wir starten auch deswegen so frühzeitig mit dem Prozess, weil wir uns offenhalten wollen, ob nicht anstelle einer Sanierung des Bestandes vielleicht sogar ein Neubau kommen kann.“ Bei einem Neubau hätte man die Möglichkeit, das Gebäude entlang der Uferlinie geringfügig zu verrutschen. Auch eine Veränderung der Geometrie käme in Frage: „Wir können es schlanker oder länger machen, und wir können dadurch das vor allem im Sommerbetrieb vorhandene Nadelöhr entschärfen.“ Im Endeffekt gehe es um ein Gebäude, das so wie derzeit bewilligt mit 220 Sitzplätzen ausgestattet sein soll.
„Von der Lage her wird das eines der interessantesten Projekte, die es an einem See in Österreich gibt“, sagt Bürgermeister Stefan Krapf (ÖVP). „Daher ist der Bauausschuss sehr wichtig, weil die architektonische Ästhetik eine Rolle spielen wird, um das Objekt so schön wie möglich zu gestalten. Ich werde aber auch nicht müde, auf die rechtliche Situation hinzuweisen, weil es in Gmunden permanent Missverständnisse gibt: Es kursiert die Mär, dass die Stadtgemeinde ein alteingesessenes, jahrzehntelang tätiges Familienunternehmen vor den Kopf stößt und den Pachtvertrag mutwillig beendet. Die rechtliche Situation ist so, dass ein Vergabeverfahren, eine Ausschreibung durchzuführen ist. Ohne Wenn und Aber. Alles andere ist juristisch schlicht und einfach unmöglich.“ Was der Stadt ein Anliegen sei, so Krapf: „Es soll kein Haubenlokal werden, bei dem man bereits vier bis fünf Monate vorher reservieren muss, damit man überhaupt einen Tisch bekommt, sondern es soll ein Lokal sein mit hochwertiger Kulinarik, wo man aber auch ganz spontan, nach der Arbeit oder wenn das Wetter schön ist, auf ein gutes Glaserl Wein oder auf ein Eis einkehren kann. Ein Lokal für all jene, die Gmunden besuchen, und für die Gmundnerinnen und Gmundner.“












