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Erst zum Schwimmen, dann ins Bett: Das Freibad als Nährboden für Bakterien und Co.

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Erfrischende Stunden am Hotelpool oder im Schwimmbad – für viele Sonnenanbeter/innen die Sommerbeschäftigung schlechthin. Leider enden die entspannenden Stunden im kühlen Nass manchmal mit unangenehmen Infekten. Trotz regelmäßiger Wasserüberprüfung und der Zugabe von Chlor können im Wasser von Schwimmbädern und Pools eine Reihe gesundheitsgefährdender Bakterien, Pilze und Parasiten lauern. Mit einfachen Maßnahmen kann man das Risiko, krank zu werden, jedoch deutlich reduzieren.

Krankheitserreger lieben es warm und feucht. Warmes, seichtes Wasser ist daher der ideale Nährboden für Schwimmbad-Infektionen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass Freibäder oder Hotelpools grundsätzlich schlecht gewartet werden. „Bestimmte Bakterien sind einfach überaus resistent. Mit Hilfe von kleinen Mengen an Hautpartikeln, Haaren, Schweiß, Sonnencreme und nicht zuletzt auch winzigen Mengen an Fäkalien, die jeder Mensch bei einem Schwimmbadbesuch abgibt, geraten auch Viren oder Bakterien ins Wasser“, erklärt OÄ Dr.in Barbara Öhlinger, Hygienebeauftragte am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck.

OÄ Dr.in Barbara Öhlinger, Hygienebeauftragte am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck

Über Mund, Nase, Ohren oder auch den Genitalbereich gelangen sie in den Körper und können dort Bindehaut- und Ohrenentzündungen sowie Hautausschläge, Harnwegsinfekte oder Durchfallerkrankungen auslösen. Hinzu kommt, dass Chlor und Ozon, welche zur Desinfektion von Schwimmbadwasser verwendet werden, auch die menschlichen Schleimhäute angreifen. Krankheitserreger haben damit leichteres Spiel, um in den Organismus einzudringen.

Wasser schlucken vermeiden
Badegäste sollten daher immer darauf achten, sich nach jedem Aufenthalt im Wasser gründlich abzuduschen und trockene Badebekleidung anzuziehen.

„Außerdem ist es ratsam, kein Wasser zu schlucken, da viele Darmbakterien eine Chlorwasserresistenz aufweisen und bei vermehrter Aufnahme durch geschlucktes Wasser Durchfallerkrankungen auslösen können“, betont die Medizinerin. Das gilt natürlich für Badegäste in jedem Alter, stellt aber insbesondere in seichten, warmen Kinderbecken ein Problem dar. Trotz ordentlicher Stuhlhygiene ist die Verunreinigung durch Coli-Bakterien oder sogenannte Kryptosporidien (Darmparasiten) in diesen Becken, in denen die Kinder gerne plantschen, besonders hoch.

Vorsorge für ungetrübten Badespaß
Personen, die in der Vergangenheit schon öfter an Schwimmbad-Infektionen erkrankt sind, können mit desinfizierenden Ohrentropfen oder netzhautbefeuchtenden Augentropfen vorsorgen. Wer seine Ohren nach dem Schwimmbadbesuch gut mit Leitungswasser ausspült, abtrocknet und mit Fettcreme versorgt, beugt Gehörgangs-Entzündungen vor. Spezielle Badetampons dienen als Mittel zur Wahl, um das Eindringen von Erregern auf diesem Weg zu verhindern. Um Entzündungen zu vermeiden, müssen aber auch diese Tampons nach dem Schwimmen umgehend gewechselt werden. „Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einer Infektion und klingen Symptome wie Fieber, Schmerzen oder Entzündungsherde nicht nach kurzer Zeit von selbst wieder ab, sollten Betroffene auf jeden Fall ärztlichen Rat bei ihrem Hausarzt einholen“, sagt Dr.in Barbara Öhlinger abschließend.

Foto: gespag

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1 Kommentar

  1. Was ist mit dem Traunsee passiert?
    Immer öfter gibt es hier Probleme mit der Haut!

    Lässt sich hier etwas machen? Immerhin ist das die Grundlage des Tourismus!

Kommentare