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Arzneimittelversorgung auch bei Lieferengpässen sicherstellen

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„In den vergangenen Wochen wurde in zahlreichen Medien auf aktuelle Lieferschwierigkeiten von Arzneimittel hingewiesen. Besonders die monatelange Nichtverfügbarkeit eines Immunsuppressivums hat für Aufregung gesorgt. Dabei wäre in den meisten Fällen rasche Abhilfe möglich, wenn es denn unsere Gesetze erlauben würden“, erklärte der Apotheker und freiheitliche Nationalratsabgeordnete Mag. Gerhard Kaniak aus Schörfling am Attersee.

„In einem aktuellen Fall ist das betroffene Arzneimittel zunächst noch von einem anderen Hersteller verfügbar gewesen. Und bis heute ist es aus Deutschland verfügbar, allerdings in einer anderen Packungsgröße“, so Kaniak.

Durch die mangelhafte Regelung des “Notfallparagraphen” in der Rezeptpflichtverordnung sei es den Apothekern allerdings nicht erlaubt, schnell und unbürokratisch zu helfen und die Versorgung sicher zu stellen. Stattdessen müssten die Patienten umständlich zum Arzt zurückgeschickt und neue Rezepte ausgestellt werden. „Wenn ein verordnetes Arzneimittel nicht lieferbar ist, muss es dem Apotheker im Sinne der Therapieerfüllung erlaubt sein, unmittelbar und auf Basis der bestehenden Verordnung eine verfügbare gleichwertige Alternative abzugeben“, forderte Kaniak. Den Patienten sei so in den meisten Fällen direkt geholfen und die notwendige Behandlung könne unmittelbar begonnen oder fortgesetzt werden.

Des Weiteren schlägt Kaniak vor, verpflichtende “Notfalldepots” aller kassengängigen Arzneimittel bei den vollsortierten Arzneimittelgroßhändlern einzurichten. „Denn es gibt immer mehr, vor allem hochpreisige Arzneimittel, die nur direkt – und damit deutlich langsamer – über Distributeure ausgeliefert werden und nicht mehr über die verlässlichen und schnellen pharmazeutischen Großhändler. Beide vorgeschlagenen Maßnahmen würden unserem Gesundheitssystem keinen Cent kosten, aber die Versorgungssicherheit für alle Österreicher deutlich und sofort verbessern. Das Gesundheitsministerium ist nun gefordert, hier rasch zu handeln. Die entsprechenden Vorschläge liegen im Ministerium auf“, betonte Kaniak.

Foto: privat

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