Vöcklabruck. Das OKH – Offenes Kulturhaus Vöcklabruck lädt am 7. Mai zu Sonja Pikart ein. Die Kabarettistin präsentiert „Halb Mensch“ – ein Programm über Authentizität in einer normierten Leistungsgesellschaft.
Das aktuelle Soloprogramm untersucht die feinen Risse im Selbstbild der Gegenwart. Zwischen Alltagsirrsinn und Selbstoptimierung stellt Pikart die zentrale Frage: Wie viel Mensch bleibt in einer Welt, die Effizienz zum Ideal erhebt? Humor, Analyse und Poesie greifen ineinander – präzise beobachtet und klug verdichtet. Das Programm verknüpft persönliche und gesellschaftliche Perspektiven ohne moralische Zeigefinger, dafür mit subversivem Witz.
Geboren in Aachen, lebt Sonja Pikart seit 2009 in Wien. Diese Außenperspektive auf beide Kulturen prägt ihren analytisch-poetischen Stil. Mehrfache Auszeichnungen belegen ihre Position: Österreichischer Kabarettpreis 2019 und 2024, Salzburger Stier 2026. Die Süddeutsche Zeitung beschreibt sie als „eine der wichtigsten Stimmen des zeitgenössischen Kabaretts“. Für Fans von Lisa Eckhart, Severin Groebner und Christine Prayon.
Eine aktuelle Studie der Universität Wien (2025) belegt empirisch, was Pikart künstlerisch beobachtet: 72% der 25-45-Jährigen in städtischen Gebieten geben an, sich „oft verstellt“ zu fühlen. Der Standard schreibt über „die Erschöpfung des optimierten Ichs“ – Selbstoptimierung werde zur neuen Form der Selbstentfremdung. Pikarts Programm macht diese gesellschaftliche Authentizitätskrise zum Bühnenerlebnis. „Kabarett ist für mich ein Ort der Selbstbefragung – nicht der Belehrung“, sagt Pikart. In Interviews beschreibt sie ihren Arbeitsprozess: Jedes Wort wird gewogen, sprachliche Präzision trifft auf feinen Humor. Das aktuelle Werk markiert eine Weiterentwicklung ihres Stils: „analytisch, poetisch, nah an den gesellschaftlichen Diskursen ihrer Zeit“.
Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr, Einlass ist um 19:00 Uhr. Der Eintritt beträgt 22 Euro im Vorverkauf, 25 Euro an der Abendkassa. Tickets und weitere Infos: www.okh.or.at/programm.












