„Das Europakreuz auf dem Alberfeldkogel zählt zu den beliebtesten Wanderzielen am Feuerkogel. Neben einem beeindruckenden Panoramablick auf den Traunsee, den Langbathsee und die markanten Gipfel des Salzkammergutes vermittelt es auch eine starke symbolische Botschaft: Es steht für das Zusammenwachsen Europas im Rahmen der Europäischen Union. Das Kunstwerk besteht aus einzelnen Würfeln, die jeweils einen EU-Mitgliedstaat repräsentieren. Alle Würfel sind in Form und Größe identisch und unterstreichen damit die Gleichwertigkeit der Mitgliedsländer. Im Inneren jedes Würfels befindet sich ein Stein aus dem jeweiligen Staat, der dessen Besonderheiten und Identität symbolisieren soll,“ so Landesrat Markus Achleitner.
„Die Gründung der Europäischen Union zählt zu den bedeutendsten Errungenschaften des 20. Jahrhunderts. Denn eines muss uns bewusst sein: Noch nie zuvor hat Europa eine so lange Phase des Friedens und des Wohlstands erlebt. Auch Oberösterreich hat von der Entwicklung hin zu einem geeinten Europa in besonderem Maß profitiert. Nach Jahrzehnten am Eisernen Vorhang ist unser Bundesland vom Rand Europas in dessen Mitte gerückt“, betonte Landesrat Achleitner.
Landesrat Achleitner verwies zudem darauf, dass Oberösterreichs Wirtschaft seit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union vor 30 Jahren eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte geschrieben hat:
➢ Beim EU-Beitritt 1995 haben in Oberösterreich 470.000 Menschen Arbeit gehabt. Heute gibt es in unserem Bundesland rund 700.000 Beschäftigte, also um fast die Hälfte mehr.
➢ Zwei von drei Euro erwirtschaftet Oberösterreichs Wirtschaft direkt und indirekt über den Export.
➢ Jeder zweite Arbeitsplatz in Oberösterreich hängt direkt oder indirekt vom Export ab.
➢ 1995 haben alle unsere Unternehmen, von den KMUs bis zu den großen Industriebetrieben, ein Gesamtexportvolumen von rund 11 Milliarden Euro erwirtschaftet. Aktuell hat sich dieses Volumen bereits mehr als verfünffacht.
➢ 80 % aller Exporte Oberösterreichs gehen in Länder in Europa.
„Gäbe es die Europäische Union nicht, müsste sie heute erfunden werden. Denn eine starke und geeinte EU ist die entscheidende Voraussetzung dafür, Frieden, Wohlstand und Stabilität in Europa auch in Zukunft zu sichern,“ so Landesrat Achleitner.
Geschichte und Symbolik des Europakreuz
Anlässlich der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft im Jahr 2006 wurde das Europakreuz von mehr als 100 Schülerinnen und Schülern in den Werkstätten der HTL Wels gefertigt. Dieses Projekt der HTL Wels wurde gemeinsam mit der OÖ Seilbahnholding GmbH und den Naturfreunden Ebensee verwirklicht. Anlässlich der Eröffnungsfeier am 23. Juni 2006 wurde das Europakreuz an die Mitglieder der Naturfreunde Ebensee übergeben, die auch das Fundament errichteten (250 Arbeitsstunden) und seither die Betreuung des Kreuzes übernehmen.
Das fünf Meter hohe Kreuz ist aus einzelnen Würfeln zusammengebaut. Jeder symbolisiert einen EU-Mitgliedstaat und hat die gleiche Form und Größe. Damit wird die Gleichheit und Einheit der Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie ihre Verbundenheit miteinander symbolisiert. Jeder einzelne Würfel (Staat) muss stabil genug sein, um die Stabilität des gemeinsamen Bauwerkes (Europa) mitzutragen. An den Würfelflächen sind kreisrunde Löcher ausgeschnitten. Diese Öffnungen symbolisieren die Öffnung des jeweiligen Landes nach allen Seiten und ermöglichen den Zugang und den Einblick in das Innere. Jeder Würfel ist mit dem Namen des Staates, den er symbolisieren soll, in der landesspezifischen Schreibweise beschriftet. In das Würfelinnere ist ein Stein aus dem jeweiligen Land eingebaut, der auf die Eigenheiten des Landes hinweisen soll. Jeder Europäer soll die typischen Eigenheiten seines Landes, seine kulturelle Verwurzelung, seine Lebensgewohnheiten und seine Sprache bewahren und sich trotzdem in seiner „europäischen Heimat“ frei bewegen und zu Hause fühlen. Die einzelnen Würfel sind so angeordnet, dass Österreich die Kreuzmitte darstellt. Alle weiteren Staaten sind nach ihrer Entfernung (Luftlinie) vom Alberfeldkogel bis zur jeweiligen Hauptstadt im Uhrzeigersinn um Österreich angeordnet. Dies soll ein Hinweis auf die geografische Lage Österreichs innerhalb des EU-Territoriums sein. Die am Boden verankerten bzw. unbeschrifteten Würfel stehen für weitere Mitgliedstaaten der EU. Jeder europäische Staat kann der EU beitreten, sofern er über eine stabile Demokratie verfügt, und Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte sowie Minderheitenschutz gewährleistet. Ferner muss er über eine funktionierende Marktwirtschaft und eine Verwaltung verfügen, die in der Lage ist, das EU-Recht anzuwenden.
Dieses Projekt fand auch internationale Anerkennung: Eine 2,5 Meter große Nachbildung des Europakreuzes ist im renommierten Reinhold Messner Mountain Museum auf Schloss Sigmundskron bei Bozen ausgestellt.
20 Jahre Europakreuz: Jubiläumswanderung zum Alberfeldkogel
Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Europakreuzes wurde auf Initiative von Europe Direct Oberösterreich und der OÖ Seilbahnholding GmbH am Freitag, 10. Juli 2026 eine Jubiläumswanderung mit Wirtschafts- und Europa-Landesrat Markus Achleitner abgehalten. Nach der Auffahrt mit der Bergbahn Feuerkogel wanderten nicht nur die Ehrengäste, sondern auch zahlreiche interessierte Wanderinnen und Wanderer auf den 1.707 Meter hohen Alberfeldkogel. Msgr. KonsR Alois Rockenschaub, Pfarrer der Pfarre Ebensee-Roith, hielt eine würdige Bergmesse zu Beginn ab. Im Anschluss begrüßte Rupert Schiefer, Geschäftsführer der OÖ Seilbahnholding GmbH, alle Gäste am Gipfel und hob die Bedeutung des Europakreuzes als ganzjähriges Ausflugsziel am Feuerkogel hervor. Wirtschafts- und Europa-Landesrat Markus Achleitner erklärte die Symbolik der einzelnen Würfel des Kreuzes und sowie die Auswirkungen des EU-Beitritts auf Oberösterreich. Für die musikalische Umrahmung bei der Messe und den Ansprachen sorgte die Gruab-Musi vom Marktmusikverein Altmünster.
„Das Europakreuz am Alberfeldkogel ist seit mittlerweile 20 Jahren ein beeindruckendes Wahrzeichen am Feuerkogel und ein Symbol für Zusammenhalt, Frieden und ein geeintes Europa. Gleichzeitig ist es – genau wie der Feuerkogel selbst – an 365 Tagen im Jahr ein beliebtes Ausflugsziel und steht für unvergessliche Bergerlebnisse zu jeder Jahreszeit. Mein herzlicher Dank gilt der HTL Wels, den Naturfreunden Ebensee sowie allen Beteiligten, die das Europakreuz errichtet haben und sich bis heute mit großem Engagement um dessen Erhalt und Weiterentwicklung kümmern. Mein Dank gilt auch unseren zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, die diesem besonderen Ort seit zwei Jahrzehnten Wertschätzung entgegenbringen und ihn mit Leben erfüllen“, freut sich Rupert Schiefer, Geschäftsführer der OÖ Seilbahnholding.
„Europakreuzoskar“ für engagierte Schüler
Anlässlich der 30jährigen Mitgliedschaft Österreichs in der Europäischen Union organisierte Europe Direct Oberösterreich die Erweiterung des Europakreuzes um die fehlenden Steine aus den jüngsten Mitgliedsstaaten, Rumänien, Bulgarien und Kroatien. Unter der Leitung von Manfred Hinterberger waren drei Schüler der HTL Wels beim mechanischen Umbau des Europakreuzes beteiligt. Jonas Arzt, Matthias Kreuzmayr und Raphael Ölsinger, die alle drei mittlerweile mit Auszeichnung maturiert haben, wurden im Rahmen der Jubiläumswanderung von Landesrat Markus Achleitner mit dem „Europakreuzoskar“ ausgezeichnet. „Das Europakreuz wurde damals von der HTL Wels gefertigt, umso schöner, dass sich auch 20 Jahre später wieder Schüler tatkräftig bei der Erweiterung engagiert haben. Das zeigt einmal mehr: Die Jugend Europas stellt nicht nur die zukünftigen Führungskräfte und Entscheidungsträger/innen, sondern ist auch treibende Kraft hinter Innovationen, Fortschritt und Weiterentwicklung,“ so Landesrat Achleitner.
Die Entstehungsgeschichte des Europakreuzes auf dem Feuerkogel
• Anlässlich der Vorsitzführung Österreichs im Rat der Europäischen Union im Jahr 2006 wurde das Europakreuz von mehr als 100 Schülerinnen und Schülern in den Werkstätten der HTL Wels gefertigt. Dieses Projekt der HTL Wels wurde gemeinsam mit der OÖ Seilbahnholding GmbH und den Naturfreunden Ortsgruppe Ebensee verwirklicht.
• Anlässlich der Eröffnungsfeier am 23.6.2006 wurde das Europakreuz an die Mitglieder der Naturfreunde Ebensee übergeben, welche auch das Fundament errichteten (250 Arbeitsstunden) und die Betreuung des Kreuzes übernahmen.
• Im Jahr 2007 wurde das Kreuz mit einer Beleuchtung versehen. Diese besteht aus ringförmig angeordneten lichtstarken Leuchtdioden (LED), die jeden einzelnen Würfel ausleuchten und so das ganze Kreuz bei Dunkelheit weithin sichtbar macht.
• Anlässlich der 30jährigen Mitgliedschaft Österreichs in der Europäischen Union organisierte Europe Direct Oberösterreich die Erweiterung des Europakreuzes um die fehlenden Steine aus den jüngsten Mitgliedsstaaten, Rumänien, Bulgarien und Kroatien.
• Die finanziellen Mittel für eine Photovoltaikanlage und die Erneuerung der Beleuchtung des Europakreuzes wurden von der Europäischen Kommission zur Verfügung gestellt.
• Die technischen Arbeiten am Kreuz selbst sowie die Installation der neuen Beleuchtung und der Photovoltaikanlage wurden von Schülerinnen und Schülern der HTL Wels vorgenommen.















