Aufbauend auf den kulturellen Initiativen der vergangenen Jahre entwickelt sich der Stadtgarten Gmunden weiter zu einem offenen Experimentierraum für bioregionales Entwerfen, gemeinschaftliches Handeln und nachhaltige Transformation.
Diese Woche fiel mit der Ausstellungseröffnung „disassembly/reassembly“ der bioregional.agency gemeinsam mit 32 Studierenden und ihren Lehrenden vom Institut für Gebäudelehre und Entwerfen, einem Forschungsbereich der TU Wien im stadt/garten der Startschuss für einen 10-tägigen partizipativen Prozess mit der Stadtgemeinde Gmunden. Ziel der Zusammenarbeit ist es, das Kunstquartier im Herzen der Stadt für alle zu öffnen und einen breiten Prozess zur Weiterentwicklung anzustoßen.
Die Vernissage war bereits ein voller Erfolg. Zahlreiche Gmundnerinnen und Gmundner haben vor Ort die Gelegenheit genutzt, und ihre Ideen und Feedback eingebracht. Auch in den kommenden Tagen – bis einschließlich Donnerstag, 28. Mai, täglich von 15 bis 19 Uhr (ausgenommen Ruhetag Montag, 25. Mai) – sind alle Interessierten in den Stadtgarten, Johann-Tagwerker-Straße 12, eingeladen, um sich aktiv einzubringen und zu vernetzen. Besonders sei auf die Finnisage am Freitag, 29. Mai, 17 Uhr, hingewiesen.
Ziel ist es, den Stadtgarten als lebendigen Ort zu stärken, an dem soziale, kulturelle und bauliche Prozesse gemeinsam erprobt werden – mit dem Bestehenden als Ressource und Ausgangspunkt für zukünftige Entwicklungen.
„Der Gmundner Stadtgarten ist ein einzigartiges Juwel mitten in der Innenstadt mit sehr viel Potential und Entwicklungsmöglichkeiten“, sagt Bürgermeister Stefan Krapf. „Wir haben jetzt zehn Tage lang, Professorinnen, Professoren und Studierende der Technischen Universität Wien zu Gast, die Konzepte, Ideen, Visionen und architektonische Möglichketen entwickeln. Wir haben vonseiten der Stadtpolitik bei allen finanziellen und budgetären Herausforderungen dieses Areal im Fokus und streben hier eine positive Weiterentwicklung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger an.“
Unter dem Arbeitstitel „stadt/garten Gmunden“ entfaltet sich das Programm vom 19. bis 29. Mai in drei miteinander verknüpften Formaten:
EXHIBITION – disassembly/reassembly
Die Ausstellung präsentiert die Ergebnisse des TU-Wien-Entwurfsstudios und zeigt Strategien für die zukünftige Entwicklung des Stadtgartens. Grundlage bildet eine umfassende Bestandsaufnahme sowie ein detaillierter Bauteilkatalog des Areals. Zu sehen sind architektonische Vorschläge, die zirkuläre Bauweisen, kollektive Intelligenz und die Transformation des Stadtgartens als offenes, partizipatives System sichtbar machen.
RITUALS – Rituals of Assembly
In einem zehntägigen kollaborativen Prozess entwickeln Studierende gemeinsam mit lokalen Akteurinnen und Akteuren prototypische Interventionen im öffentlichen Raum. Das Arbeiten im Maßstab 1:1 versteht Bauen als soziales und kulturelles Ritual, das kollektives Handeln stärkt, lokale Identität sichtbar macht und neue Formen der Beteiligung und des gemeinsamen Produzierens erprobt.
PERFORMANCE – Zerlegen/Fügen
Über einen Zeitraum von zehn Tagen wird ein realer Umbauprozess vor Ort sichtbar. Bestehende Strukturen werden analysiert, zerlegt und neu zusammengesetzt. Die Performance macht zirkuläre Bauprozesse unmittelbar erfahrbar und versteht Architektur als zeitbasierte Praxis, in der Transformation, Materialkreisläufe und gemeinsames Handeln ineinandergreifen.
Das Projekt zur Sanierung und Weiterentwicklung des stadt/garten Gmunden konnte auch dank großzügiger Unterstützung von Stern & Hafferl Bau umgesetzt werden.












