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Lisa Berger und Christian Kargl sind Europameister

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In der ersten Europameisterschaft der Segeldisziplin „Mixed Offshore“ konnten die beiden Oberösterreicher die Goldmedaille gewinnen. 2024 wird dieser Bewerb erstmals olympisch sein. Berger und Kargl haben sich schon vorgestellt!

„Eine reizvolle Aufgabe“, dachte sich die Linzerin Lisa Berger und suchte sich den aus Puchenau bei Linz stammenden Christian Kargl als Partner.
Berger gewann im Vorjahr ihre Gruppe beim „The Race – 1000 miles“ und den „One Design Business Sprint“ (Doublehanded über 130 Meilen gegen voll besetzte Teams). Kargl ist der erste und bisher einzige österr. Mini-Transat Teilnehmer. „Es ist eine echte Partnerschaft, die auf gegenseitigem Respekt aufgebaut ist“, meint Kargl vor dem Rennen. „Da ist nicht einer der gute und der andere darf mitfahren, wie das bei anderen Teams oft der Fall ist.“

 

Die Luca30 Flotte von acht möglichen Booten war schnell ausgebucht. Die gut neun Meter langen Boote sind 2100 kg schwer und haben eine Segelfläche von gut 100 m² am Wind, die mit einem Gennaker um 85 m² vergrößert werden kann, wenn der Wind etwas von hinten kommt. Das Englische Team hat kurzfristig einen Rückzieher gemacht. Ihr Kommentar: „Die kleinen Boote sind für diese Fahrt zu schlecht ausgerüstet. Beim angekündigten Wetter – lieber nicht!“ Neben den Österreichern haben noch Frankreich, Belgien, Australien, Italien, Spanien und die USA gemeldet. Unter den Teilnehmern waren Volvo Ocean Segler genauso wie 470er-Olympiasieger.

Die beiden Oberösterreicher Berger und Kargl waren also eher die „Underdogs“ in diesem Spiel. „Einen Platz am Stockerl erhoffen wir uns dennoch!“, meinte Berger selbstbewusst, „sonst braucht man so eine Regatta auch nicht mitfahren!“.

 

Nach einer Parade vorbei am Macusplatz ging es vor Venedig aufs freiere Wasser, wo am Mittwoch, 9.10. der Start erfolgte. Gleich zu Beginn teilte sich das Feld. Während das Hauptfeld den direkteren Weg zur 100 Seemeilen (185 km) entfernten Bahnmarke, der kroatischen Insel Susak nahm, segelten Berger und Kargl gemeinsam mit den Belgiern weiter südlich. Ein Umweg in Richtung des angesagten Südwindes. Der kam dann in der ersten Nacht mit gut 30 Knoten (55 km/h). „Da war die Piste ganz schön ruppig“, kommentierte Berger den Ritt mit der Luca30, die Wasser schöpfte, nicht ganz dicht war,…

Bei der ersten Wendemarke Susak war das österreichische Duo bereits voran. „Ich glaube wir sind zweite“, ließ Christian Kargl über Facebook wissen, „wir haben fast kein Internet und das Tracking lädt nicht!“ Der Wind ließ dann aber nach, und drehte nach Nord. Bei sehr schwachem Wind ging es eher mühsam weiter.

Die Franzosen, Australier und Belgier kamen auf und die Führung wechselte zwischendurch einige Male. Während die anderen ihr Glück etwas westlicher suchten, hielten die Österreicher ihren Bug etwas weiter in den Kvarner, der Bucht vor Rijeka, und konnten hier einen Vorsprung von ein bis zwei Meilen heraussegeln, den sie in der Folge verteidigen konnten.

Nach der Passage von Umag und dem Leuchtfeuer Savudria ging es weiter nach Piran und Izola, dem Trainingsrevier vieler Österreicher, in dem sich Kargl praktisch zu Hause fühlt. „Da kann fast nichts mehr passieren“, dachte er laut über die letzten 15 Meilen. Der gefürchtete Wind „Bora“ mit Spitzen bis zu 40 Knoten (75 km/h) zeigte den Teams, dass es auch in Landnähe richtig blasen kann. Berger und Kargl bargen das Großsegel und segelten nur mehr mit der Fock. „Das hat vollkommen gereicht!“, waren sich beide einig. Am Freitag, 11.10. kamen die beiden nach etwa 170 Meilen (315 km) und 36 Stunden 30 Minuten ins Ziel!

„Wir bedanken uns bei allen, die uns unterstützt haben. Sei es direkt, oder sei es über Facebook und Co. Ihr habt uns weitergetragen und gepuscht. Es ist etwas ganz besonderes, als Österreicher gegen Volvo-Ocean-Segler und Olympiasieger zu matchen. Nun haben wir den Titel für Österreich geholt. Wir sind super super glücklich!“ Die Europameisterschaft sollte für die beiden keine Eintagsfliege bleiben. „Wir segeln weiter in Richtung Olympia 2024! Man wird sehen, was die Zukunft bringt, mit welchen Booten in Paris gesegelt wird u.s.w.“ Parallel dazu segelt Kargl das Minitransat 2021. Spätestens 2023 möchte auch Berger den Atlantic rennmäßig alleine mit einem Mini 650 (6,5 Meter lang) bewältigen.

 

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