So nah und doch so fern: Nach zwei hochspannenden Relegationsduellen und einer magischen Nacht in der eigenen Halle muss sich die SPG Muki Ebensee nur aufgrund des schlechteren Satzverhältnisses UTTC Salzburg 2 geschlagen geben. Somit stehen die Ballkünstler vom Traunsee auch nächste Saison wieder in der 2. Bundesliga an der Platte.
Die Ebenseer beendeten nach einem unfassbar spannenden Schlussspurt die Saison 2025/26 im oberen Playoff der 2. Bundesliga auf dem Rang des Vizemeisters und trafen nun in der Relegation auf die zweite Mannschaft des UTTC Salzburg, die im unteren Playoff der 1. Bundesliga den vorletzten Platz belegt hatte. Am Samstag empfingen die „Mukis“ um 18:00 Uhr die Mozartstädter in der heimischen Halle vor einer rekordverdächtigen Kulisse. Ungefähr 170 Zuseherinnen und Zuseher unterstützten die heimischen Spieler und Jonas Promberger, der verletzungsbedingt wieder die Rolle des Trainers übernahm, lautstark im Schulzentrum Ebensee. Und der Heimvorteil sollte ausschlaggebend werden. Im ersten Duell geriet Martin Bäuerle gegen Simon Acimovic mit 0:2 in Rückstand. Die Ebenseer Nummer 1 konnte sich aber noch zurückkämpfen und den entscheidenden fünften Satz, der im Stile der 1. Bundesliga nur bis sechs gewonnene Punkte geht, mit 6:3 für sich entscheiden.
Im zweiten Spiel traf Publikumsliebling Ivan Karabec auf Giacomo Allegranza, den italienischen Legionär und Nummer 1 der Salzburger. Der Italiener, der auch schon in der ersten Mannschaft zum Einsatz kam und gute Leistungen zeigte, musste ordentlich schwitzen, gewann aber schließlich mit 3:1.
Die nächste Partie zwischen Lionel Stift im Dress der Ebenseer und Kento Waltl strapazierte wieder die Nerven der Fans. Wieder ging es beim Stand von 2:2 in Sätzen in den Decider und wieder ging Ebensee als Sieger hervor. Stift entschied den letzten Satz mit 6:4 für sich.
Das vierte Spiel des Abends war das Doppel zwischen Bäuerle/Stift und Allegranza/Waltl. Das Duo vom Traunsee geriet wieder in Rückstand, doch schaffte es mit Unterstützung der Fans jedoch ein weiteres Mal in den fünften Satz, der an Spannung kaum zu überbieten war. Nach zwei vergebenen Matchbällen von Bäuerle/Stift kam es beim Stand von 5:5 zum entscheidenden Punkt, den die Ebenseer nach einem spektakulären Ballwechsel tatsächlich für sich entscheiden konnten und stellten somit auf 3:1. Auf das Doppel folgte die Partie der prägenden Figuren des Abends – Bäuerle und Allegranza. Der Italiener erspielte sich eine 2:0-Führung und hatte schon mehrere Matchbälle, doch Bäuerle zeigte großen Kampfgeist und holte sich den dritten Satz mit 17:15. Getragen von den eigenen Fans spielte er nun groß auf, holte sich souverän den vierten Satz und nutzte seinen vierten Matchball zum 6:3 sowie zum grandiosen und überraschenden 4:1-Endstand. Die Ebenseer Mannschaft (und ihre Fans) zeigten große Nervenstärke, wurden doch alle Siege im entscheidenden fünften Satz geholt.
Am Sonntag stand das Rückspiel im Sportzentrum in Salzburg an. Beide Mannschaften gingen unverändert in die Partie. Allegranza ließ in der heimischen Halle Karabec keine Chance und holte mit einem 3:0 den ersten Punkt für sein Team. Danach kam es wieder zum Aufeinandertreffen zwischen Acimovic und Bäuerle. Dem jungen Salzburger gelang es erneut, sich eine 2:0-Führung zu erspielen. Bäuerle fuchste sich allerdings wieder in die Begegnung hinein, glich zum 2:2 aus und schickte die Partie in den Decider. Dort lag Ebensees Nummer 1 schon mit 0:3 hinten, vergab beim Stand von 5:4 seinen ersten Matchball, blieb aber cool und stellte dank seines 6:5-Erfolges auf den Gesamtstand von 1:1. Salzburg stand nun mit dem Rücken zur Wand und durfte keine Partie mehr verlieren. Unbeeindruckt von der Ausgangslage lieferte Waltl eine starke Leistung ab und besiegte im dritten Spiel des Tages Stift mit 3:1. Im Doppel standen sich wieder Allegranza/Waltl und Bäuerle/Stift gegenüber. Das Salzburger Duo agierte äußerst souverän, vor allem Allegranza zeigte am Sonntag sein ganzes Potenzial, und fegte die Gäste mit 3:0 von der Platte. Somit kam es zum relegationsentscheidenden Duell zwischen dem Italiener und Bäuerle. Allegranza spielte grandioses Tischtennis und besiegte den Ebenseer glatt mit 3:0 und tütete somit für Salzburg den 4:1-Sieg ein.
Nach Hin- und Rückspiel stand nun ein 5:5 im Ergebnisbogen, wodurch der Sieger durch das direkte Satzverhältnis ermittelt werden musste. Aufgrund der knappen Erfolge der „Mukis“ und der klareren Ergebnissen für die Mozartstädter, setzte sich Salzburg mit 25:17 gewonnenen Sätzen durch und darf auch nächste Saison wieder in der 1. Bundesliga an den Start gehen.
Für Ebensee endete das Wochenende am Sonntag zwar ganz bitter, doch die gesamte Saison sowie auch der 4:1-Sieg im Hinspiel vor atemberaubender Kulisse und Atmosphäre waren ein voller Erfolg und lassen die beiden Obmänner Otto Stüger und Herbert Riedler mit Zuversicht auf die nächste Saison blicken.













